Ganz so gruselig wie die Werbung vorgab, wurde es dann doch nicht auf dem Staßfurter Neumarkt. Doch vor allem die tollkühnen Kunststückchen in Kaskadeur-Manier begeisterten am Sonnabend in der " Monstertruck-Show " die zahlreichen Zuschauer, hauptsächlich die kleinen. Von Falk Rockmann

Staßfurt. Von wegen " Monstertrucks "! " Unsere Babys " kündigt Nicole Weiß liebevoll die gepflegten Karossen an, eine zart himmelblau, die andere gelb-rot lackiert. Allerdings, die hohen Unterbauten und vor allem die riesigen " Latschen ", die da auf ihren Einsatz warten, lassen schon das Schicksal zweier Pkws erahnen, die zuvor auf den Neumarkt geschoben wurden. " Dreimeterfünfundzwanzig

hoch ist, Rocky ‘ und damit das größte Fahrzeug dieser Art in Europa ", lässt die Schwiegertochter von Monstertruck-Chef Anton Weiß die Zuschauer über die lauten Lautsprecher wissen, bevor die Ungetüme ihr zerstörerisches Werk beginnen. Cheffahrer Manuel Weiß lässt den 600 PS starken Motor von " Rocky " an. Langsam rollt der aufgemotzte Dodge auf die Kleinwagen zu und zermalmt sie schließlich ganz langsam unter dem Applaus hunderter Besucher.

Die ehemaligen Besitzer der nun platten Autos wollten sie eh loswerden, sparten so die Entsorgung. " Ja natürlich werden die, Briefmarken ‘ nach der Show von einer Firma ordnungsgemäß entsorgt ", versichert die Ansagerin dem besorgt fragenden Umweltfreund.

Ein Großvater fragt sich unterdessen, ob die zweimal zehn Euro Eintritt für seine beiden Enkelsöhne richtig angelegt waren. Die Jungs finden die Show toll. Na dann ist auch der Opa zufrieden.

Größer ist der Applaus jedenfalls, als sich Peter Weiß auf das Dach eines alten BMW schwingt und dieser dann, wieder gesteuert von Cheffahrer Manuel, auf zwei Rädern durch die Arena rollt. Die Ladys hinter der Absperrung reißen sich schließlich fast darum, bei diesem filmreifen Stunt dabeizusein. Natürlich im Fahrzeuginnern. " Ich hätte es mir schlimmer vorgestellt ", verrät Margaret Weber, als sie wieder aussteigt, " Aber es war schon super. "

Erneut springt ein waghalsiges Familienmitglied einem Auto aufs Dach. Es gilt, eine brennende Feuerwand zu durchbrechen. Ohne Kratzer oder Verbrennungen erntet der junge Stuntmen Toni den größten Applaus des Abends. " Die Jungs werden in die Arbeit hineingeboren ", erklärt Nicole auf die Frage nach der Ausbildung, " Michelle, die jüngste Tochter vom Chef, hat mit vier Jahren angefangen, Cross zu fahren. " Die mittlerweile Zwölfjährige zeigt unerschrocken, wie sie mit ihrer Mini-Crossmaschine ein kleines Feuertor passiert.

Schleuderfahrten, Motorrad-Weitsprünge, ein Stunt vom Postament und ein Salto im Auto ergänzen das gut einstündige Programm.

Wenn auch der ein oder andere Erwachsene mit dem Kopf schüttelte, den Knirpsen, die schätzungsweise ein Drittel des Publikums ausmachen, hat es gefallen. Und Paul und Paul, die sich vor den " Babys " ablichten ließen, werden sich beim Betrachten ihres Erinnerungsfotos bestimmt gern an einen " monstermäßigen " Abend erinnern.