Der Magdeburger Architekt Professor Ralf Niebergall, den Oberbürgermeister René Zok ( parteilos ) für die architektonische Begleitung beim Bau des Kompetenzzentrums zur Bewältigung der Bergbaufolgeschäden gewinnen will, wird voraussichtlich am 12. Oktober im Bauausschuss und am 22. Oktober im Stadtrat die überarbeitete Fassung vorstellen. Das kündigte Zok in der jüngsten Ratssitzung an.

Staßfurt. Dort verwies der Oberbürgermeister noch einmal darauf, dass mit dem Stadtratsbeschluss vom 9. April dieses Jahres die Beauftragung der Planungsleistungen für den Gebäudekomplex am Großen Markt festgelegt wurde, wie man das Kompetenzzentrum inzwischen bezeichnet. Die Grundlage dafür sei ein mit den Vereinen abgestimmtes Nutzungskonzept, welches Bestandteil des Beschlusses gewesen sei. Dabei seien aber auch die Hinweise aus der Stadtratssitzung berücksichtigt worden.

Zok : " Ergebnis war ein vom Wettbewerb abweichendes Nutzungsprofil unter Beachtung der finanziellen Möglichkeiten, insbesondere durch den von der Stadt genutzten Anteil am Gebäude. "

Durch die geänderte Aufgabenstellung musste ein neuer Vorentwurf durch den damaligen Wettbewerbssieger Prof. Ralf Niebergall erarbeitet werden. Zur Gewährleistung der im Wettbewerb konzipierten städtebaulichen Lösung wurde das insgesamt reduzierte Raumprogramm in einen Neubau untergebracht, informierte Zok.

Für das ehemalige Katasteramt am Großen Markt werden derzeit Gespräche mit einem potenziellen Investor geführt, fügte das Stadtoberhaupt hinzu.

" Aufgrund der aktuellen Nutzungsüberlegung soll der konzipierte Baukörper um die Funktionseinheit Bibliothek, welche zwischenzeitlich nicht zur Debatte stand, ergänzt werden ", berichtete der OB. Diesbezüglich werde zurzeit die vorhandene Vorplanung überarbeitet und ergänzt. Daher konnte in der jüngsten Stadtratssatzung sowie in der Beratung des Bauausschuss noch keine Vorberatung stattfinden.

Die überarbeitete Fassung des im Rahmen der Internationalen Bauausstellung ( IBA ) 2010 geplanten Gebäudekörpers wird im Bauausschuss voraussichtlich am 12. Oktober und im Stadtrat voraussichtlich am 22. Oktober durch Prof. Ralf Niebergall vorgestellt.

Der Fraktionschef der Unabhängigen Wählergemeinschaften, Hartmut Wiest, plädierte erneut dafür, das städtische Verwaltungsgebäude in der Steinstraße 19 zu veräußern und die ehemalige Kaliverwaltung mit einem Anbau zu versehen. Zugleich kritisierte er, dass die Stadt das Nachbargebäude der ehemaligen Staatsbank / Deutsche Bank in der Steinstrauße verkauft hat, ohne den Investor damit zu beauflagen, dort auch etwas zu tun. Der große Leerstand in der Stadt bereite ihm viel mehr Sorge als der Neubau am Großen Markt, sagte Wiest und verlangte vom Oberbürgermeister eine Erklärung, was er gegen die ungenutzten Objekte unternommen habe.

Doch das lehnte Zok an diesem Abend ab. Er habe in seinen Informationen an den Stadtrat das Thema Leerstand nicht behandelt. Demzufolge werde er dazu auch nicht Stellung nehmen. Er sicherte aber eine Information in der nächsten Ratssitzung zu, womit Wiest sich nicht einverstanden zeigte.