Der in der Stadt Staßfurt viel diskutierte Rückbau leer stehender Kleingartenparzellen sollte im Ortsteil Rathmannsdorf eigentlich heute beginnen. In der Neundorfer Gartenanlage " Zur Erholung " sogar schon am 1. September. 30 Männer und Frauen insgesamt sollten damit Beschäftigung finden. Doch der Start verzögert sich. Wer hat da seine Hausaufgaben nicht gemacht ?

Staßfurt. " Ich habe meine Zweifel, dass das überhaupt noch etwas wird. " Klaus Maaß ist sauer. Der Vorsitzende der Kleingartenanlage " Zur Erholung " in Neundorf hatte schon zum 1. September gehofft, dass es los geht mit dem Rückbau von alten Schuppen, Wegbegrenzungen und dergleichen. 6000 Quadratmeter, gut zehn Prozent der Anlage, warten darauf, in Angriff genommen zu werden. Nun müssen sich wohl auch die 15 Männer und Frauen nochmals einen Monat länger gedulden, für die die Maßnahme gedacht war. Maaß, auch stellvertretender Ortsbürgermeister ( Linke ) und stellvertretender Stadtausschussvorsitzender des Regionalverbandes der Kleingärtner von Staßfurt und Umgebung hofft, dass es keine lange Winterpause geben wird, denn : " Ab Frühjahr verbietet der Naturschutz schon wieder einige Arbeiten, die aber zum Aufräumen nötig sind. "

Überrascht, dass es so schnell losgehen sollte

Ähnlich sieht es Klaus Magenheimer ( Linke ), Ortsbürgermeister von Rathmannsdorf. Er hatte bei der jüngsten Ortschaftsratssitzung erfreut verkündet, dass am 1. Oktober eine " lohnbegleitende Maßnahme " für 15 Männer und Frauen und sechs Monate beginnen werde. Ein Gang des Kleingartenvereins sollte mit deren Hilfe so aufgeräumt werden, damit die Fläche künftig eventuell einer landwirtschaftlichen Nutzung zur Verfügung gestellt werden kann.

Nun muss auch Magenheimer feststellen, dass es heute nicht losgeht. " Dabei waren wir schon überrascht, dass der Rückbau doch schon in diesem Jahr beginnen soll. Für eine Parzelle hatte sich kurz zuvor schon eine Familie interessiert, der wir aber gerade noch einen anderen Garten anbieten konnten. "

Klaus Maaß mutmaßt, dass die ARGE Aschersleben-Staßfurt nicht so schnell arbeitet, wie möglicherweise die KoBa Schönebeck. " Dort geht so eine Maßnahme bei der Antragstellung und Genehmigung reibungsloser über die Bühne ", glaubt Maaß zu wissen.

Die ARGE hierzulande damit konfrontiert, weist das von sich. " Wir haben den geplanten Rückbau der leeren Gärten sogar begrüßt. Bei solchen Maßnahmen müssen allerdings Verträge geprüft werden, damit wir uns im Rahmen gültiger Gesetze bewegen ", erklärt Doreen Albrecht, zuständige Teamleiterin bei der ARGE Aschersleben-Staßfurt. Dazu brauche man von den betroffenen Kleingartenvereinen sowohl Satzungen, als auch Generalpachtverträge.

ARGE : Bis heute nicht alle Unterlagen da

" Bis heute liegt von der Rathmannsdorf Gartensparte kein Generalpachtvertrag bei uns vor. Und die Neundorfer müssen noch eine Satzungsanpassung vornehmen, damit wir nicht mit gesetzlichen Gegebenheiten in Konflikt kommen ", sagte Doreen Albrecht gestern. Von diesen Unterlagen seien jedenfalls Entscheidungen seitens der ARGE abhängig.

Klaus Magenheimer kann es unterdessen nicht fassen : " Die Stadtverwaltung hat einen Generalpachtvertrag vorliegen. Und unsere Satzung habe ich vor Wochen schon in den Briefkasten des Regionalverbandes gesteckt. "

Stellt sich nun die Frage : Wer hat da seine Hausaufgaben nicht gemacht ? Die Stadtverwaltung ? Der Regionalverband ? Oder wer ?

Fakt ist, dass 30 arbeitslose Männer und Frauen weiter auf eine mögliche Beschäftigung warten müssen. Vor allem für sie und auch für die Kleingartensparten bleibt nur zu hoffen, dass die Beteiligten alles daran setzen, um schnellstens zu einer Entscheidung zu gelangen.