Bad Salzelmen. " Der Gesunde weiß nicht, was er besitzt, aber der Kranke spürt, was er entbehrt. " Dieser Satz des deutschen Philosophen Dr. Carl Peter Fröhling findet sich auf dem Internet-Portal des Klinikums Schönebeck. Dr. Michael Groß, befragt danach, wie der Mensch allgemein seine Gesundheit wahren kann, überlegt kurz. " Ich meine, das hängt mit dem Maßhalten zusammen ", sagt der Mediziner. Die Geschicke der Klinik für innere Medizin in Bad Salzelmen liegen jetzt in den Händen von Dr. Michael Groß. Der 44-J ährige übernahm Mitte September die Leitung des Hauses.

Während des knapp einstündigen Gespräches mit der Volksstimme piepst der Pieper des Chefarztes fünf Mal, klingelt mehrfach das Telefon. Groß spricht mit Kollegen in jenem Fachdeutsch, das nur die Ärzte verstehen, er fragt nach, gibt Ratschläge. " Die einzelnen Fälle, die Menschen kennen zu lernen, das ist sehr wichtig " gewährt er einen Einblick in sein Credo. Michael Groß ist seit 1993 an der Klinik für innere Medizin, zuerst als Assistenzarzt, dann als Stationsarzt, schließlich als leitender Oberarzt. Jetzt ist er zum Chefarzt berufen worden und trat die Nachfolge von Dr. Weigel an.

Die Zeit unter dessen Ägide lobt der Lungenfacharzt ausdrücklich. Auch für seine Kollegen aus der Ärzteschaft hält er fest : " Jeder konnte sich nach seinen Bedürfnissen entwickeln. Viele Qualifi zierungsmöglichkeiten wurden genutzt. "

Das gelte auch für ihn persönlich. Insgesamt sieht er das Team der Ärzte im Haus exzellent aufgestellt. Entscheidungen würden im fachlichen und kollegialen Miteinander getroffen. " Personalstabilität ist entscheidend ", betont der Vater von zwei Söhnen.

Mit etwas Sorge betrachtet er den pflegerischen, sprich den Bereich der Schwestern. Gespart werde immer am schwächsten Glied, das sei die Schwesternschaft. " Ich kann für jede Schwester hier im Hause sagen, dass sie fl eißig und engagiert ist. Wenn aber zwei Schwestern für 30 Patienten zuständig sind, von denen viele pfl egebedürftig sind, ist das eine sehr hohe Belastung ", gibt Groß zu bedenken.

Mit Blick auf die vergangenen 20 Jahre hält er fest : " Der Pfl egeaufwand und auch der administrative Aufwand sind deutlich gestiegen. Das steht schlicht und einfach mit dem Älterwerden der Menschen in Zusammenhang. So schnell stirbt es sich nicht mehr, denn die moderne Medizin wirkt lebensverlängernd ", erklärt Groß.

Die Klinik für innere Medizin Bad Salzelmen ist in einer sanierten Villa, der ehemaligen Kaiserin-Augusta-Kinderheilanstalt untergebracht, die um einige Neubauten erweitert worden ist. Die Klinik verfügt auf vier Stationen und einer Intensivstation über 143 Betten. Es gibt eine onkologische, eine gastroenterologische, eine kardiologisch-pulmologische und eine angiologische Station. Ergänzt wird die medizinische Betreuung um die diabetologische und onkologische Tagesstation, ein Schlafl abor, Fachambulanzen und eine rund um die Uhr besetzte internistische Notfallaufnahme.

Dr. Michael Groß hat es sich zum Ziel gesetzt, unter anderem das Schlafl abor ( behandelt werden hier Schlafstörungen ) weiter zu entwickeln. Es ist mit rund 3000 Patienten das viertgrößte in Sachsen-Anhalt und besitzt als einziges eine " Schlafambulanz ". Die Gefäßmedizin hebe den Standort bereits von anderen Kliniken ab. Weiterhin will der neue Chef das Atemtherapiezentrum forcieren und stationäre und ambulante Behandlungsmethoden intensiver miteinander verknüpfen. Schon jetzt bestehe eine unproblematische Zusammenarbeit mit Hausärzten. " Wir sind eine moderne Klinik und auf dem neuesten Stand der Technik ", verweist Dr. Michael Groß auf den Status quo.