Staßfurt. Die Schülerinnen und Schüler der ehemaligen Polytechnischen Oberschule ( POS ) " Ernst Thälmann " in Staßfurt-Nord sahen sich bei ihrem ersten Jahrgangstreffen in der Gaststätte " Zum Salzhof " wieder. Sie waren es, die 1989, wenige Monate vor dem Mauerfall, die letzten Abschlusszeugnisse mit einem DDR-Stempel versehen bekamen.

Bisher hatten sie sich in einzelnen Klassenformationen getroffen, aber alle drei Klassen zusammen noch nicht, war von den Organisatoren Heike Heldt, Yvonne Fricke und Daniela Schnabel zu erfahren.

Die ehemaligen Schulkameraden waren aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, von der Nordsee sowie aus Berlin und dem Brandenburgischen angereist. " Aber der überwiegende Teil ist in der Region geblieben ", wusste Heike Heldt. Beim Kramen in den Erinnerungen spielte die Wendezeit eine Hauptrolle. Aber auch die Zeit davor war nicht vergessen : Altstoffsammlungen gehörten da zum Alltag eines jeden Schülers, als FDJ-ler wurden leer stehende Häuser entrümpelt. In der 8. Klasse leistete man für seinen damaligen Klassenleiter in der Freizeit sogar freiwillig noch Aufbaustunden für dessen neue AWG-Wohnung. Klassenfahrten lebten an diesem Abend des Wiedersehens auf, ebenso die vielen gemeinsam verbrachten Stunden in Arbeitsgemeinschaften, beim Sport oder Faschingsveranstaltungen.

Viele hatten entsprechende Fotos aus jener Zeit mitgebracht. Die Lesung aus der Abschluss-Klassenzeitung von 1989 brachte dann die Stimmung auf den Höhepunkt.

Die meistgestellten Fragen des Jahrgangtreffens waren aber " Was machst du heute ?" und " Hast du Arbeit ?" Es wurde ein langer Abend, denn jeder wollte sich mit jedem austauschen.