Mit einer Unterschriftensammlung, an der sich 1424 Bürger beteiligt haben, fordert der Staßfurter Tierschutzverein, dass die Fundtiere aus der Region künftig nicht mehr in der privaten Pension in Gröningen, sondern im Tierheim in Schönebeck untergebracht werden.

Staßfurt. " Wir streben bei der Fundtierunterbringung ein Optimum für die Bürger und die Tiere an ", sagte die Vorsitzende des Tierschutzvereins Ursula Sittig in der jüngsten Stadtratssitzung.

Das entsprechende Objekt müsse auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein. Zudem dürfe der Preis, der für die Auslösung von entlaufenen Tieren bezahlt werden müsse, Hartz-IV-Empfänger und Geringverdiener nicht in Existenznot bringen.

Diese Bedingungen werden nach Einschätzung des Tierschutzvereins Staßfurt im Tierheim Schönebeck erfüllt.

Sittig : " Die ankommenden Tiere werden dort zeitnah von einem Tierarzt schon in der Quarantänestation medizinisch versorgt und vorbeugend behandelt. Dazu gehören die Entwurmung, die Entflöhung und die Impfung. "

Als besonders positiv wertete die Tierschützerin, dass die Hunde und Katzen in Schönebeck durch eine Jugendgruppe beschäftigt werden und Streicheleinheiten bekommen. Auch gebe es für die Hunde tägliche Gassigeher. Hinzu komme, dass der Tierheimbetrieb in Schönebeck transparent sei. " Warum wählt man bei gleichem Preis nicht die Fundtierunterbringung, die die besseren Leistungen bietet ", fragte Sittig Staßfurts Oberbürgermeister René Zok ( parteilos ).

Er informierte, dass die Stadt dazu eine Ausschreibung laufen habe. Die Vergabe der Leistungen sei in diesem Monat geplant.

In diesem Zusammenhang berichtete das Stadtoberhaupt, dass die Kommune auf Wunsch des Tierschutzvereins eine Überprüfung der Gröninger Tierpension vorgenommen habe. Daraufhin gebe es keinen Grund zur Kündigung des Vertrages mit diesem Dienstleister. Dessen zuverlässige Arbeit hätten auch die Verwaltungsgemeinschaften Stadt Hecklingen und Egelner Mulde bestätigt, sagte Zok.

Der Stadtchef der Linken, Ralf-Peter Schmidt, hingegen meinte : " In der Diskussion mit dem Tierschutzverein hat mich betroffen gemacht, welche Schicksale die Halter mit ihren Lieblingen durchmachen. "

Aus seiner Sicht haben die 1424 Unterschriften den Stellenwert eines Bürgerbegehrens. Es sei aber noch ungeklärt, ob der Stadtrat oder der Gemeinschaftsausschuss der Verwaltungsgemeinschaft mit Amesdorf die Entscheidung über die künftige Unterbringung der Staßfurter Fundtiere treffen müsse.

Kerstin Kauert, die Chefin des Tierschutzvereins Schönebeck und Umgebung, der das Tierheim in der Elbestadt betreibt, freut sich über den Zuspruch aus Staßfurt. " Wir stehen dem aufgeschlossen gegebenüber. " Allerdings habe ihre Einrichtung ihre Beteiligung an der Ausschreibung der Stadt Staßfurt nach Bekanntwerden des zu erbringenden Leistungskatalogs wieder zurückgezogen. Denn darin sei nun auch das Einsammeln von Kadavern vorgesehen. " Das können wir aber nicht für den gleichen Preis wie Gröningen leisten ", sagte Kauert.

Das Tierheim Schönebeck kümmert sich im Auftrag der Städte und Verwaltungsgemeinschaften des Altkreises Schönebeck um die herrenlosen Tiere aus dieser Region. Dafür zahlt jede Gemeinde dem Tierheim pro Einwohner und Jahr eine Pauschalsumme von 80 Cent. Den gleichen Betrag entrichten Staßfurt und Amesdorf für das Unternehmen in Gröningen.