Sehr besorgt äußerten sich Volksstimme-Leser dieser Tage über das fast ausgetrocknete Flussbett der Bode bei Unseburg. Von ungenügender Information seitens Behörden, dem Verlust von Lebensraum für Fauna und Flora bis hin zur Vermutung, dass die Mibrag mit Braunkohle-Tagebauplänen in der Egelner Mulde eventuell ihre Hände im Spiel habe und die Bodeaue-Landschaft deshalb gezielt trockengelegt werden solle, reichten die Meinungen.

Unseburg. Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft ( LHW ) klärt nun auf Nachfrage auf : Das Rothenförder Wehr ist gezogen, weil es saniert werden muss. " Die bauliche Beschaffenheit des Bode-Wehrs Rothenförde lässt es nicht mehr zu, dass es gesetzt, also geschlossen wird ", erklärt Edmund Werner, Leiter für den LHW-Flussbereich Halberstadt, " Das Bauwerk ist seit 1890 ununterbrochen in Betrieb. " Nun sei eine Sanierung dringendst erforderlich, nachdem bereits vor zehn Jahren eine Außerbetriebstellung für das Wehr beantragt worden war.

Nach Pfeilerbohrungen liegt dem LHW ein Gutachten vor. Ein Genehmigungsverfahren für die Sanierung stehe kurz vor der Eröffnung. Wie Werner weiter erklärt, haben der Denkmalschutz und auch der Naturschutz Anforderungen dabei. " Aus Sicht des Hochwasserschutzes besteht für das Wehr Rothenförde unterdessen keine Notwendigkeit ", unterstreicht der Flussbereichsleiter.

Die Bode sei ein normales Fließgewässer. Hinsichtlich der Kritik von Anglern meint Edmund Werner, dass die Anlage im 19. Jahrhundert nicht dafür gebaut wurde, um Weißfischen einen besonderen Lebensraum zu schaffen. Es stehe den Anglern sogar offen, den Pachtvertrag für die Bode zu kündigen.

Zu den Sorgen um die Löschwasser-Entnahmestelle in Unseburg verteidigt der LHW-Mitarbeiter, dass das besagte Wehr schon seit 40 Jahren im Winterhalbjahr nicht gesetzt wird. Und der Wasserpegel habe zu dieser Jahreszeit in den Jahren auch nicht immer höher gelegen als im Sommer.

" Da hätte sich die Kommune längst um andere Wasserquellen bemühen müssen. Unsere Aufgabe ist die Sicherstellung von Löschwasser nicht ", entgegnet Werner auch diesem Kritikpunkt und gibt zum weiteren Fahrplan bekannt : " Wir werden noch 2009 wissen, was wir zu machen haben. Das Wehr bleibt auf jeden Fall bestehen. Der Denkmalschutz hat dabei aber ein gewichtiges Wort mitzureden. "

Als " vollkommen absurd " bezeichnete der Flussbereichsleiter die Vermutung, den gegenwärtigen Zustand an der Bode mit Abbauplänen der Mibrag in Verbindung zu bringen.