Die Planungsergebnisse zur L 63 Ortsumgehung Brumby wurden am Mittwoch im Brumbyer Spiegelsaal vorgestellt. Von zwei möglichen Varianten, südliche und nördliche Ortsumfahrung, entschieden sich die Verantwortlichen für die Süd-Variante. Diese Variante bevorzugen auch die Bürger.

Brumby. " Die Kanonen sind geputzt und stehen zum Abschuss bereit. " Mit diesen Worten machte Hartmut Rüger bei der jüngsten Informationsveranstaltung zum Thema Ortsumgehung Brumby deutlich, dass die Einwohner durchaus bereit sind, für ihre Umgehungsstraße zu kämpfen. Was ihnen Arno Manthey, Fachgebietsleiter für Planung und Entwurf des Landesbetriebs Bau, anschließend verkündete, besänftigte jedoch die Gemüter. Nach wochenund monatelanger Planung freute sich der Experte vom Landesbetrieb Bau, den Brumyern von den neuesten Entwicklungen zu berichten. Nach intensiver Vorplanung sei man zu der Erkenntnis gekommen, eine südliche Straßenbauvariante zu bevorzugen, so Manthey. In den Gesichtern der Brumbyer war die Erleichterung sichtbar. Auch sie sprechen sich eindeutig für eine südliche Umgehung aus. Bisher war jedoch neben der Süd-Variante auch eine Nord-Variante im Rennen. Diese schnitt bei den umfangreichen Prüfungen allerdings deutlich schlechter ab, wie Manthey kundtat. So wäre Variante Nord mit rund 3, 34 Kilometern zwar rund 350 Meter kürzer als die Variante Süd, führe jedoch durch ein sehr unebenes " bewegtes Gelände ". Notwendige Folge wäre beispielsweise die Errichtung von Dämmen, was neben dem Eingriff in die Natur seinen Worten zufolge auch ein erheblicher " Eingriff " in die Landeskasse ( Baukosten ) wäre. Zudem müssten bei einer nördlichen Umgehungsstraße vier Wirtschaftswege gekreuzt, das Flüsschen Schlöte müsste überbrückt werden. Bei einer südlichen Umfahrung werden dagegen nur zwei Wirtschaftswege berührt. Zudem seien bei Variante Süd keine weiteren Lärmschutzmaßnahmen nötig, erklärte Manthey. Auch in der Umweltverträglichkeitsstudie, die vorgestellt wurde, schnitt eine südliche Umgehung deutlich besser ab. Nach langen Ausführungen zu den Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen, zum straßenbaulichen Aufwand, sowie Umweltverträglichkeit überraschte der Fachgebietsleiter die Brumbyer mit einer weiteren positiven Nachricht. " Das Raumordnungsverfahren konnte eingespart werden. " Kurz gesagt. Alle beteiligten Träger haben laut Landesbetrieb Bau bereits vorab ihr Einverständnis mit der Südvariante kundgetan. Dadurch könne ein Verfahren eingespart werden, das ansonsten ein weiteres Jahr in Anspruch genommen hätte. Diese Nachricht sorgte für Begeisterung im Brumbyer Spiegelsaal, nicht nur bei den Bürgern, sondern auch bei den anwesenden Politikern, die vom Ortsbürgermeister, Oberbürgermeister bis hin zum Landrat sowie Landtagsabgeordneten zahlreich vertreten waren.

Seit Jahren klagen die Brumbyer über den Verkehr auf der Landesstraße 63. Tausende von Kraftfahrzeugen fahren täglich durch das rund 1000 Einwohner-Dorf. Mit den neusten Aussagen des Landesbetriebs Bau kommen die Bürger ihrem Ziel, einer Ortsumfahrung, näher. Die Dringlichkeit belegen jüngste Verkehrszählungen. Diese ergaben, dass innerhalb von 24 Stunden mehr als 6000 Fahrzeuge durch den Ort fahren. Beinahe 1000 davon gehören zum so genannten Schwerverkehr. Arno Manthey spricht stellenweise sogar von einem Lkw-Aufkommen von 16 Prozent. Er verdeutlicht, dass dies ein extremer Wert sei. Lärmbelästigung, Verschmutzung und Schäden an den Häusern, das sind für die Einwohner die unerträglichen Folgen. Um dem Einhalt zu gebieten, gründete sich im Dezember 2007 die Bürgerinitiative, die seither vehement für eine Ortsumgehung kämpft. Erste Erfolge waren Geschwindigkeitsbegrenzungen, Anhebung der Gullydeckel und Sanierung der Straßendecke. Doch das war bisher nur eine Linderung des Problems, keine Lösung. " Dass wir unserem Ziel jetzt so nah sind ", so Rüger, " das verdanken wir vor allem der guten Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Bau. " Dennoch verweist er mit einem Augenzwinkern auf Kanonen, die zwar beiseite geräumt, aber immer noch vorhanden seien.