Rathmannsdorf ( dw ). 60 junge Frauen und Männer erlernen seit gestern einen Beruf in der Wohnortnahen Berufl ichen Rehabilitationseinrichtung ( WBR ) auf Schloss Rathmannsdorf. Das Haus gehört zum Berufl ichen Bildungs- und Rehabilitationszentrum ( BBRZ ). Gestern fand in Rathmannsdorf die offi zielle Ausbildungsauftaktveranstaltung statt.

50 Lehrlinge, Jugendliche mit Handicaps, bekommen in den kommenden zwei bis drei Jahren alle nötigen und wichtigen Fertigkeiten in sieben möglichen Ausbildungsberufen von einem erfahrenen Pädagogenteam vermittelt.

Sieben Berufsfelder

im Schloss

Dazu gehören Bauten- und Objektbeschichter, Hochbaufacharbeiter, Hauswirtschaftshelfer, Gartenfachwerker, Holzbearbeiter, Metallbearbeiter und Beiköche. Ein Großteil der jungen Männer und Frauen kennt das Rathmannsdorfer Schloss bereits seit einem Jahr, bereitete sich hier auf die Ausbildung vor. Andere kommen neu hinzu.

Weiterhin qualifi zieren sich zehn Jugendliche im so genannten Durchstieg. Sie haben ihre Berufsausbildung bereits erfolgreich und mit sehr guten Leistungen abgeschlossen. Nun qualifizieren sie sich, mit dem Ziel, Fachgeselle zu werden.

" Stärken erkennen ist heilsamer, als Schwächen zu bemängeln " – das könnte als Überschrift über der Ausbildung im Schloss stehen. Alfred Radl, Geschäftsführer der WBR in Rathmannsdorf, stellte den Satz in das Zentrum seiner Rede zur Begrüßung der Jugendlichen. Für sie beginne ein neuer, ein besonderer Lebensabschnitt. Mit ihm sei das Erlernen von beruflichen Fähigkeiten ebenso verbunden, wie die Annahme von Arbeitstugenden. " Die Ausbildung im BBRZ ist ganzheitlich, sie setzt bei den jungen Menschen individuell an, fördert und fordert sie ", betont der Geschäftsführer. Neben dem Können stünden auch Eigenverantwortung und Selbständigkeit.

Ziel hinter allem sei, so Radl, dass die Männer und Frauen das Rüstzeug für einen Beruf erlernten, sich für die Arbeitswelt qualifizierten, einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt fi nden würden und hier auch alle An- und Herausforderungen aufgrund ihres Könnens meisterten.

Die Zahlen sprechen für sich : Zuletzt kamen 32 der rund 60 Jugendlichen, die ihre Ausbildung in Rathmannsdorf erfolgreich beendeten, in versicherungspfl ichtige Beschäftigungsverhältnisse.

Gute Quote bei

Arbeitsplatzvermittlung

Die Quote von über 50 Prozent wird im Schloss schon lange gehalten. Radl sieht das vor allem in der Qualität der Ausbildung begründet. Denn den Jugendlichen stünden in den einzelnen Gewerken neben den Ausbildern auch Stützlehrer und Sozialpädagogen zur Seite. Ein Team, das sensibel auf jedes persönliche Befinden der Lehrlinge reagieren könne und die Stärken des Einzelnen ans Tageslicht bringe. Das Thema Ausbildungsabbruch spiele deshalb im BBRZ keine Rolle, denn die Betreuung sei vom ersten Tag an gegeben. Auch bei der Integration auf dem Arbeitsmarkt können sich die jungen Männer und Frauen schon während ihrer Ausbildung auf Experten verlassen, ein Integrationsdienst hilft bei Bewerbungen und Einstiegshürden. Alfred Radl sieht in diesem ganzheitlichen Ansatz eine echte Chance für die Jugendlichen, ihr Können unter Beweis zu stellen.