" Brückenschlag verbindet – Bürger gestalten ihre Stadt"–unter diesem Motto veranstaltet die Stadt einen Ideenwettbewerb zur Brücke am Stadtsee. Das Bauprojekt war wegen seiner Kosten in die Kritik geraten. Die Teilnahme am Wettbewerb zeigt aber, dass die Idee auch viele Befürworter hat.

Staßfurt. Insgesamt 221 Zeichnungen sind bei der Staßfurter Stadtverwaltung zum Ideenwettbewerb eingegangen. Der zuständige Fachbereich für Bauen, Stadtsanierung, Sicherheit und Ordnung erwartet aber weiteren Zulauf. Zwar ist die Aktion offiziell beendet, doch längst sind nicht alle Bögen im Amt zusammengetragen. Über die Resonanz freut sich vor allem Fachbereichsleiter Wolfgang Kaufmann. " Der Wettbewerb diente nicht nur der kreativen Ideenfi ndung, sondern war auch eine Art Stimmungsbarometer ", sagt er und erinnert an die zum Teil öffentlich geführten Diskussionen über Sinn, Nutzen und Kosten einer Brücke über den Stadtsee. Sie ist als zentraler Erinnerungsort Teil des Projektes " Aufheben der Mitte " im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA 2010 und zeichnet den Verlauf der einstigen Kottenstraße nach, deren Verlust durch die Bergbausenkungserscheinung zu beklagen ist – ähnlich der Bausubstanz des Schlosses, des Rathauses oder der Johanniskirche am Wendelitz. " Dass sich über 200 Bürger beteiligten, zeigt, dass vielen die Stadt am Herzen liegt und auch das, was städtebaulich im Zentrum geplant ist. "

Die vielen Entwürfe, vorrangig Zeichnungen, stammen von Bürgern aber auch von Mädchen und Jungen aus den Grundschulen Nord, Ludwig Uhland und Johann Wolfgang von Goethe in Staßfurt sowie den Grundschulen in Neundorf und Löderburg, aber auch aus dem Staßfurter Gymnasium. Von einer kleinen Jury im Rathaus werden alle Arbeiten jetzt gesichtet und miteinander verglichen. Den besten Entwürfen winken Preise – noch geheim, weil als Überraschung gedacht.

Die Ideen aus den Entwürfen, so Wolfgang Kaufmann, sollen auch in die konkreten Planungen eingehen. " Sicherlich ist nicht alles umsetzbar, aber auf das ein oder andere wird man zurückgreifen können. " Viele Ideen greifen die Tradition der Stadt und des Ortes auf. So erinnern Zeichnungen an Bergbauloren, an die einstigen Siedehäuser oder den Schiefen Turm.

Die Mittel für den Brückenschlag, die Köpfe stehen bereits, sind bewilligt. 190 000 Euro stehen laut Zuwendungsbescheid zur Verfügung. Nach den Prämierungen der Wettbewerbsbeiträge sollen die detaillierten Planungen beginnen, denn im kommenden Jahr muss alles fertig sein. Im Frühjahr könnte die Brücke an Ort und Stelle stehen.

Übrigens : Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee kündigte bei seinem Besuch in Staßfurt an, sich auch am Ideenwettbewerb zu beteiligen. Ein Entwurf Tiefensees liegt noch nicht vor, aber aus dem Rathaus heraus will man noch einmal im Ministerium eine Anfrage starten.