In schwerer See befindet sich der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes Schönebeck. Auf einer kürzlichen Mitgliederversammlung wurde der bisherige Vorstand nicht wiedergewählt. Der bisherige Vorsitzende Erik Hunker erzielte lediglich acht von 80 Stimmen.

Schönebeck. Verständnis, Freundschaft und Zusammenarbeit will das Rote Kreuz fördern, ist in den offiziellen Leitlinien nachzulesen. Doch derzeit scheint es alles andere als freundschaftlich und friedlich beim Schönebecker Kreisverband des DRK zuzugehen. Auf einer kürzlichen Mitgliederversammlung fand ein umfangreicher Führungswechsel statt.

" Es gibt eine tiefe Unzufriedenheit der Mitarbeiter und Mitglieder mit der jetzigen Situation, die sich wohl auch im Wahlergebnis des bisherigen Vorstandes niedergeschlagen hat ", sagte Guido Jurczyk gestern zur Volksstimme. Der 40-jährige Rechtsanwalt, der sieben Jahre lang ehrenamtlicher Bürgermeister von Wespen war, wurde am 28. August auf der DRK-Mitgliederversammlung zum neuen Vorsitzenden gewählt. Neben Jurczyk wurden auch Remo Kannegießer, Jens Beinhoff, Martina Rehse und Jan Kubsch, letzterer als Verbandsarzt, in das neue Gremium gewählt.

Der bisherige geschäftsführende Vorsitzende, Erik Hunker, der sich ebenfalls auf der Mitgliederversammlung zur Wahl stellte, erhielt lediglich acht von 80 Stimmen. Insgesamt hat der Verband 1400 Mitglieder.

Laut Guido Jurczyk habe die interne Kommunikation zwischen altem Vorstand und Mitgliedern nicht optimal funktioniert. Auch das Zusammengehörigkeitsgefühl im Kreisverband müsse wieder gesteigert werden. Zudem sei die Außendarstellung des Verbandes stark verbesserungsbedürftig. Kontakte zu allen Partnern insbesondere in Institutionen, Verbänden und Politik müssten besser gepflegt und ausgebaut werden, so Jurczyk. Und auch die ambulante Pflege stehe nach seiner ersten Einschätzung nicht dort, wo sie stehen sollte. Die ambulante Pflege ist neben Fahrdienst und Rettung das dritte Geschäftssegment des Verbandes.

Wo der Kreisverband tatsächlich stehe, könne er derzeit noch nicht absehen. " Der neue Vorstand arbeitet sich derzeit mit Nachdruck in die Materie ein und bereitet erste Entscheidungen vor. " Eine Vorstandsentscheidung ist bereits umgesetzt : Der Vorstand wird bis auf weiteres die Geschäfte des Kreisverbandes selbst führen und hat Erik Hunker von dessen bisher ausgeübten Geschäftsführungsaufgaben entbunden.

Der Rechtsanwalt betonte : " Wir wollen einen starken Verband des DRK in der Region Schönebeck. Und dazu brauchen wir die Mitarbeit jedes Mitglieds und breite Unterstützung. "

Der ehemalige Vorsitzende des Kreisverbandes, Erik Hunker, wollte sich auf Nachfrage nicht zu seiner gescheiterten Wiederwahl äußern. Auch Jurczyks Aussage, es herrsche tiefe Unzufriedenheit im Haus, wolle er nicht kommentieren, so Hunker. Der einstige Landrat des Altkreises Schönebeck sagte, dass der bisherige Vorstand aus gute Arbeit geleistet habe. Am Donnerstag soll es eine Mitarbeiterversammlung geben. Für die Zukunft verspricht der neue Vorstand " mehr Transparenz, kollegiales Miteinander " und wünscht sich " Gleichberechtigung zwischen Haupt- und Ehrenamt ".