Detaillierte Informationen von Mitarbeitern der Kommunalen Beschäftigungsagentur ( KoBa ) über das Projekt " Suppe & Seele " hat es bei der jüngsten Sitzung des KoBa-Betriebsausschusses gegeben. Die seit Anfang Juli existierende Suppenküche in der Welsleber Straße 60 a in Schönebeck wird über den zweiten Arbeitsmarkt gefördert, 44 Teilnehmer einer sogenannten Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung ( Ein-Euro-Job ) sind derzeit hier beschäftigt.

Schönebeck. Die Zahlen sprechen für sich : In der Zeit vom 3. Juli bis 15. September sind in der Suppenküche in der Welsleber Straße 1366 Frühstücksverpflegungen, 3977 Mittagessen, 2292 Abendverpfl egungen und 2586 Verpfl egungsbeutel ausgegeben worden. Nach Überprüfung der Hilfebedürftigkeit unterstützt das vom Verein " Vigaro " gegründete Projekt 946 Personen, die in 622 Bedarfsgemeinschaften leben. Die KoBa gewährt dem sozialen Treff mit derzeit 44 genehmigten Arbeitsgelegenheiten ( Ein-Euro-Job ) Unterstützung. Im KoBa-Betriebsausschuss, angesiedelt beim Salzlandkreis, hat diese Hilfestellung am vergangenen Donnerstag zu einigen Nachgen gef ührt. Sind 44 Leute für eine Suppenküche nicht etwas übertrieben ?

Der zuständige Fachbereichsleiter der KoBa, Sven Hause, relativiert : " In der Suppenküche sind es 21, in der Administration 14 und im Kleidermarkt neun Teilnehmer. Der Treff hat 80 Stunden in der Woche geöffnet, im Durchschnitt befinden sich also zwischen drei bis vier Personen im Objekt. Das ist nicht überzogen. "

In einer von der KoBa zur Verfügung gestellten Info-Vorlage steht unter anderem, dass die Bedarfsanalyse in Anlehnung an eine seit mehreren Jahren bestehende vergleichbare Magdeburger Einrichtung vorgenommen worden sei.

Während der Ausschusssitzung betonte das Kreistagsmitglied Sabine Dirlich ( Die Linke ), dass bei " Suppe und Seele " nicht nur abgefüttert werden dürfe, es müsse vielmehr auch Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden. Eine Forderung, die auch Petra Grimm-Benne ( SPD ) unterstützte. Sabine Dirlich, René Wölfer ( SPD ) und Gunnar Schellenberger ( CDU ) äußerten weiterhin den Wunsch, die Verantwortlichen von " Suppe und Seele " mögen doch Kontakt aufnehmen mit dem Schönebecker Bündnis für Familie, um somit ein bereits bestehendes soziales Netzwerk zu nutzen und sich abzustimmen. Die Ausschussmitglieder hinterfragten auch, weshalb andere Projekte nicht diesen großen Zuspruch erfahren und erfahren haben, wie " Suppe und Seele ". KoBa-Mann Sven Hause erklärt das so : " Hier ist jemand, der mit einer erfrischen Philosophie herangeht. "

Wie genau lauten die Zutaten dieser Philosophie ? Gorm Geißler ist der Sozialpädagoge im Hause Welsleber Straße 60 a. " Wir sind selbst ein Stück weit verwundert über den großen Zuspruch ", sagt er gegenüber der Volksstimme. Für ihn erklärt er sich so : " Wir, also der Verein Vigaro, stehen mit vollem Engagement hinter dem Projekt. Zweitens stellen wir Qualitätsansprüche, die halten wir auch ein. Um es einfach zu sagen : Hier schmeckt es einfach. "

Auch die Vereinsvorsitzende Monique Krause stellt den Aspekt Qualität heraus. " Hier gibt es weiße Tischdecken und richtiges Besteck ", sagt sie. " Suppe und Seele " soll keine Massen-Abfertigung sein. Die Unternehmerin aus Magdeburg ( mit Filiale auf dem Berliner Kudamm ) führt weiter aus : " Wir fühlen uns in erster Linie für den Bauch verantwortlich. Natürlich nehmen wir uns auch Zeit zuzuhören, wenn uns unsere Gäste ihre Probleme erzählen. Eine Beratungsstelle sind wir aber nicht. Wir können dann nur weiter vermitteln an andere Einrichtungen. " Eine Zusammenarbeit mit weiteren sozialen Anlaufstellen bestehe bereits, etwa mit dem Familienzentrum " Malzmühle. " " Diese Kontakte wollen wir auf jeden Fall ausbauen, und wir wollen neue knüpfen. Daran liegt uns sehr ", so Monique Krause. In den ersten drei Monaten nach Eröffnung von " Suppe und Seele " sei es aber vorrangig darum gegangen, Fuß zu fassen.

Krause und Geißler verweisen erfreut auf zwei KoBa-Teilnehmer, die bereits auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden konnten. Diesen Schritt hat Gabriele Eisfeld noch vor sich. Die Schönebeckerin gehört seit 1. Juli zum Küchenteam von " Suppe und Seele ". Ihr Arbeitseinsatz, sagt sie, ist auf sechs Monate begrenzt. " Interessant ist das schon ", lässt sie wissen.

Ein klares Ziel hat Chefkoch Steve Plitt. " Ich möchte hier gerne fest übernommen werden ", erklärt er und ergänzt : " Ich finde es toll, wenn ich anderen Menschen helfen kann. "

Wer die Leistungen der Suppenküche mit Frühstücks- und Abendversorgung ( auch Verpflegungsbeutel und Textilien können gegen geringe fi nanzielle Beträge erworben werden ) in Anspruch nehmen will, muss bei der Anmeldung zuerst seine Bedürftigkeit nachweisen. Als bedürftig gelten Personen, die von Arbeitslosengeld II leben und die Sozial- oder Wohngeld erhalten. Für sie gibt es in der Welsleber Straße ein Mittagessen für 50 Cent, Frühstück und Abendbrot kosten je 25 Cent, ein Verpfl egungsbeutel 1 Euro. " Das sind die üblichen Tafelpreise in Ostdeutschland ", erläutert Monique Krause.