Schönebeck. Die Tage von Schönbecks Ex-Landrat Erik Hunker als Mitarbeiter der Kreisverwaltung sind gezählt. Sein Beschäftigungsverhältnis endet offiziell am 16. Oktober, teilte das Landratsamt mit.

Hunker war im Herbst 2002 für sieben Jahre zum Landrat des damaligen Landkreises Schönebeck gewählt worden. Diesen Posten strebte er auch im neuen Großkreis an, zu dem sich Aschersleben-Staßfurt, Bernburg und Schönebeck am 1. Juli 2007 zusammengeschlossen hatten.

Doch die Wähler entschieden sich mehrheitlich für seinen Bernburger Amtskollegen Ulrich Gerstner ( SPD ). Weil er sich nicht in den Ruhestand versetzen, sondern für sein Geld noch etwas leisten wollte, ging Hunker gegen das Land vor Gericht und erkämpfte seine Weiterbeschäftigung in der Kreisverwaltung zu vollen Bezügen.

Wie Landkreissprecherin Ursula Rothe sagte, habe Gerstner Hunker daraufhin zu seinem Sonderbeauftragten gemacht. " Er hatte mehrere große Aufgabenkomplexe aus den unterschiedlichen Fachbereichen, die er bearbeiten musste ", fügte die Pressesprecherin hinzu.

Um welche es sich dabei konkret handelte, konnte sie aber nicht sagen. Auch der Landrat hüllt sich da in Schweigen.

Nicht nur die Fraktionschefin der Linken, Sabine Dirlich, hätte gern einmal erfahren, was der Ex-Landrat in den vergangenen zwei Jahren in seinem Büro im Landratsamt in Schönebeck gemacht hat. " Wir können uns nicht daran erinnern, dass uns ein nennenswertes Ergebnis seiner Arbeit vorgestellt wurde ", sagte Dirlich.

Gute Zusammenarbeit war schwierig

Die Fraktionschefin räumte aber ein, dass es für Hunker schwierig gewesen sei, " nach der Wahlniederlage mit dem siegreichen Landrat eine gute Zusammenarbeit zu pfl egen ", zumalauchdieDezernenten-Stellen schon verteilt gewesen seien. Er hätte aber aus seiner Situation und seiner Aufgabe mehr machen können, ist Dirlich überzeugt. " Hunker hätte selbst in die Offensive gehen können. Aber auch diesen Versuch hat er nicht unternommen ", fügte sie hinzu.

Von der Volksstimme auf seine Tätigkeit angesprochen, sagte Hunker, er werde sich dazu nicht äußern. Der 49-J ährige meinte lediglich : " Ich bin ein fairer Fußballspieler gewesen. " Auch zu seinen Zukunftsplänen hielt sich Hunker bedeckt.

Johann Hauser, der Kreischef der FDP, für die Hunker 2007 als Parteiloser bei der Landratswahl ins Rennen gegangen war, wurde da konkreter : " Das ist ein hochgradiges kreatives Defi zit des Landrates. Offensichtlich ist es leichter, Leute auf das Abstellgleis zu schieben als einzubinden. Das stinkt zum Himmel. "

Auch Hunkers Ex-Kollegin von Aschersleben-Staßfurt, Heike Brehmer ( CDU ) hätte es besser gefunden, wenn Hunker in den vergangenen zwei Jahren etwas Greifbares getan hätte. " Es gibt so viele Probleme, die gelöst werden müssen. " Im Gegensatz zu Hunker hatte sie auf eine Weiterbeschäftigung in der Landkreisverwaltung verzichtet. Stattdessen hatte sie sich einen Job als Geschäftsführerin des Magdeburger Studentenwerkes mit 140 Mitarbeitern gesucht. " Dadurch erzielt der Landkreis auch Einsparungen, denn ich bekomme durch meinen Job seit 2008 kein Geld mehr aus der Kreiskasse ", sagte Brehmer.