Nach den Problemen, die es Anfang 2008 mit der Einführung des neuen, landkreiseinheitlichen Abfallentsorgungssystems gab, läuft die Müllabfuhr im Salzlandkreis nun konstant. Das wirkt sich auch positiv auf das Gebührenniveau aus.

Aschersleben / Schönebeck.

" Kleinere Probleme werden sofort angepackt ", sagte der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes Helmut Ulbrich in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses in Aschersleben.

Dort betonte Ulbrich, dass sich das landkreiseigene Unternehmen, das am 1. Juli 2008 durch den Zusammenschluss der Entsorgungsbetriebe der drei Altkreise Aschersleben-Staßfurt, Bernburg und Schönebeck mit Hauptsitz in Aschersleben entstanden war, im ersten Halbjahr dieses Jahres weiter stabilisiert hat.

In dieser Zeit ist das Aufkommen an Hausmüll und hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen im Salzlandkreis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weiter gesunken. Mussten vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2008 noch insgesamt 23 465 Tonnen entsorgt werden, waren es in diesem Jahr nur noch 23 379 Tonnen.

Auch in anderen Bereichen gab es eine vergleichbar positive Entwicklung. So reduzierte sich das Sperrmüllaufkommen von 2371 auf 2138 Tonnen. Gute Ergebnisse vermeldete Ulbrich auch beim Grüngut, wo der Abfallwirtschaftsbetrieb im ersten Halbjahr 2009 rund 9377 abgefahren hatte. 2008 waren es 10 270 Tonnen. Diese Aufgabe werde in Schönebeck in Eigenregie und mit Partnern bei der Aufbereitung bewältigt. Außerdem habe sich der aus dem Sperrmüll herausgetrennte Holzanteil von 691 auf 970 Tonnen vergrößert, was Ulbrich als positiv wertete, denn das Holz werde als Ersatzbrennstoff verwendet.

Gestiegen ist auch das Volumen an Papier und Pappe von 4030 auf 4214 Tonnen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb betrachtet diese Tendenz trotzdem als positiv, denn er bekommt dafür vom Abnehmer aufgrund bestehender Verträge gegenwärtig noch 100 Euro pro Tonne. Und das, obwohl die Altpapierpreise durch die Wirtschafts- und Finanzkrise drastisch gefallen waren, sich inzwischen aber wieder leicht erholt und auf rund 25 Euro eingependelt haben.

Im zweiten Halbjahr

82 864 Euro Überschuss

Bei der Biotonne erlebe man ständig eine Erweiterung in den Altkreisen Aschersleben-Staßfurt und Bernburg, wo es diese Dienstleistung bis zur Kreisfusion noch nicht gab. Dort, wo sich die Grundstücksbesitzer für diese Entsorgungsform von Bio- und Grüngutabfällen entschieden hätten, gebe es eine gewisse Zufriedenheit, denn die braunen Tonnen werden konstant abgefahren, sagte der Betriebsleiter.

Allerdings ist diese Leistung nicht im Grundpreis enthalten. Dafür wird ein Aufpreis von 63 Cent je Einwohner und Monat fällig.

Von der Volksstimme auf die Gebührenentwicklung angesprochen, sagte Ulbrich, für dieses und für das kommende Jahr werde es keine Änderung geben. Mit der Neukalkulation für die nächsten zwei bis drei Jahre werde man sich im kommenden Jahr befassen.

Ulbrich : " Wir gehen davon aus, dass die derzeitigen Gebühren beibehalten werden können. "

Auf der Tagesordnung der Sitzung des Betriebsausschusses stand am Donnerstagnachmittag auch der Jahresabschluss für das Rumpfwirtschaftsjahr vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2008. In diesem Zeitraum erwirtschaftete der Abfallwirtschaftsbetrieb einen Überschuss von 82 864 Euro.

Der Betriebsausschuss empfahl dem Kreistag einstimmig, den Jahresabschluss abzusegnen.