Staßfurt. Eine kleine Sensation bahnt sich für das Staßfurter Stadt- und Bergbaumuseum an. In wenigen Tagen ist die Sammlung um ein einzigartiges Modell reicher, das so klein eigentlich auch gar nicht ist. 3, 10 Meter lang, 1, 52 Meter breit und 2, 45 Meter hoch ist das Bergwerk, das von einem Modelltischler Ende des 19. Jahrhunderts in einer Werkstatt der Königlich Sächsischen Bergakademie in Freiberg gebaut wurde. Dem Nordiska Museet ( Nordisches Museum ) Stockholm ist es zu verdanken, dass dieses Bergwerk dorthin kommt, wo es wohl am besten aufgehoben ist. In der Stadt nämlich, wo die Wiege des Weltkalibergbaus steht. Als der Staßfurter Museumsleiter Michael Scholl im März das Angebot aus Schweden zur kostenlosen Übernahme besagten Modells erhielt, war es keine Frage, dass seine Begeisterung von den Mitgliedern des Museumsbeirats, des Bergmannsvereins und auch des Geschichtsvereins geteilt wurde. Auch Oberbürgermeister René Zok ließ sich von der Idee schnell anstecken.

Da galt es allerdings noch eine Hürde zu nehmen : Wie können die Transportkosten für das relativ große und empfindliche Modell über eine Distanz von gut 1200 Kilometern aufgebracht werden ? Aber auch hierfür fanden Scholls Mitstreiter, stellvertretend seien hier nur Martin Liefhold, Gerald Meyer und Heinz-Jürgen Czerwienski genannt, schnell eine Lösung. Ein entsprechender Antrag ging an die Sparkassenstiftung. Der muss so überzeugend geschrieben gewesen sein, dass der Vorstand nicht lange überlegen musste. Gestern überreichten die Vorstandsmitglieder der Sparkassenstiftung Burkhardt Böhl und Ute Bastian im Museum eine Spendenurkunde für 1000 Euro. " Wir freuen uns ebenso über eine 500-Euro-Spende von der Wohnungs- und Baugesellschaft Staßfurt, wodurch die Frage der Kosten geklärt ist ", strahlte Michael Scholl.

Als noch viel wertvoller ist sicher die Bereitschaft eines ehemaligen Hohenerxlebeners einzuschätzen, sich für die Sache zu engagieren. Uwe Brauer, der heute in Schweden lebt, erklärte sich bereit, zwischen Stockholm und Staßfurt zu vermitteln, was Transport, Verpackung und alle sonst damit zusammenhängende Fragen betrifft.

Wenn alles glatt geht, soll das Modell seine Reise über den See- und Landweg noch in diesem Monat antreten. Wo genau es dann aufgebaut wird, steht noch nicht fest. Was für alle Beteiligten fest steht : Es wird eine Attraktion. Während das Nordische Museum eigentlich nie einen Bezug zu dem Modell hatte, da es in Schweden keinen Salzbergbau gibt, ist das Bergwerk en miniature für Staßfurt eine " absolute Bereicherung ", wie es im Konzept zur Transportsicherung heißt.