Bad Salzelmen ( fm ). " Lasst uns allein ", ruft König Keks seinem Hofstaat zu, " ich muss mit meinem Sohn ein Bitterschokolade-W örtchen reden. " In Krokantien gerät die seit Jahrhunderten wohl geordnete Welt aus den Fugen. Das liegt nicht nur am Bösen Brösel, das im Baumkuchenwald alle Gummibärchen zu Statuen karamelisiert. Nein, Prinz Nougat hat sich verliebt. Aber, aus Sicht seines Vaters, in die Falsche. In eine Herzhafte ! Dabei wird in Krokantien doch traditionell süß geheiratet.

Schüler des Staßfurter Dr.-Frank-Gymnasiums und der Kreismusikschule haben vom 21. bis 24. August in Spielstätten in Staßfurt ( Salzlandtheater ), Aschersleben ( Bestehornhaus ) und Schönebeck ( Dr.-Tolberg-Saal ) das " süßscharfe " Musical " König Keks " aufgeführt. Qualitätsurteil : köstlich und wunderbar.

Musik und Texte stammen aus den Federn von Peter Schindler und seiner Co-Autorin Babette Dieterich. Bettina Eisenächer ist Musiklehrerin und Chorleiterin am Dr.-Frank-Gymnasium. Sie berichtet gegenüber der Volksstimme : " Als ich das Stück in Frankfurt sah, dachte ich : das müssen wir hier auch machen. " Von der Idee bis zur Verwirklichung verging ein knappes Jahr. Bettina Eisenächer fand schnell sowohl an der eigenen Bildungsstätte als auch an der Kreismusikschule begeisterte Mitstreiter. Schüler im Alter von zehn bis 18 Jahren sind die Darsteller. Ihre Rollen füllen sie nicht nur mit spürbarem Engagement, sondern auch mit echtem Talent aus. Wer die Salzlandkreis-Version von " König Keks " erlebt hat, wird staunen über die hohe Qualität, das herausragende Niveau der Inszenierung. Dass es sich hier " nur " um ein Laien-Ensemble handelt, ist kaum zu glauben. Hier stehen potenzielle Profis auf der Bühne. Das gilt auch für die extra für diese Aufführung zusammengestellte Band. Das heißt : Live-Musik begleitet die Spielszenen. Es wird von der Regie also nicht auf Nummer sicher gesetzt : kein Einspielen von Ton-Konserven. Gerade weil alles authentisch ist, bekommt " König Keks " einen herrlich lebendigen Charme. Das Miteinander ist tadellos. Es ist eine Freude zuzusehen, es ist eine Lust zuzuhören.

Freilich machen es die Schöpfer des Musicals den Interpreten auch recht leicht : Mit brillanten Wortspielereien, witzigen Texten und der originell verpackten Botschaft zum Mut zur Toleranz sowie vitalen Melodien aus den musikalischen Stilrichtungen Tango, Foxtrott, Cha-Cha-Cha und Rumba sind die Zutaten für eine unterhaltsame Aufführung bereits gegeben. Schade, dass es nur vier Aufführungen geben wird. " Es ist schon eine Herausforderung, alle und alles unter einem Hut zu bekommen ", erklärt Bettina Eisenächer, die für die musikalische Leitung verantwortlich zeichnete. Sie freut sich vor allem darüber, dass die Schüler " Feuer und Flamme " waren. Die ganze Aktion sei aber auch ziemlich " kräftezehrend " gewesen.

Die Aufführung im Dr.-Tolberg-Saal besuchten Schulklassen aus Grundschulen.