Schneidlingen. Auf eine fünfjährige ehrenamtliche Tätigkeit blickten die Mitglieder des Fördervereins der Wasserburg Schneidlingen am Sonnabend zurück. Vereinsvorsitzender Falk Kahmann zog eine Bilanz : Anfangs startete der Verein mit acht Mitgliedern, die den sinnlosen Verfall der Wasserburg beenden wollten. Heute zählen 48 Mitglieder zum Förderverein. In mühevoller Kleinarbeit sicherten sie die Wasserburg vor dem weiteren Verfall. Die Gebäude wurden notdürftig gesichert, um den Elementen keine Angriffsfäche zu geben, erzählt Vorstandsmitglied Hans-Jochen Hertel. Der ehemalige Denkmalschützer hängt an der Wasserburg. Als Seniorenheim und als Kindergarten wurde die imposante Anlage vor dem Mauerfall genutzt. Seit 1984 steht das Objekt leer. Dazu bei trugen vor allem Fehler bei einem Anbau. Der wurde direkt auf dem ehemaligen Wassergraben errichtet, ohne den Boden zuvor ausreichend zu verdichten. Die neuen Mauern sackten im Untergrund ein und gefährden bis heute die Stabilität eines Teils der Wasserburg.

Nur mit großem f nanziellen Aufwand, ist Hans-Jochen Hertel überzeugt, könnte die Burg wieder in altem Glanz erstrahlen. Seit die Wasserburg im vergangenen Jahr bei einer Internetauktion einen neuen Käufer gefunden hat, genießt der Verein Gastrecht auf dem geschichtsträchtigen Gelände. Was der neue Eigentümer aus Ungarn mit der Wasserburg vor hat, sei noch unklar, sagt Hans-Jochen Hertel.

Er ist einer derjenigen, die damals vorgeschlagen haben, dass der Verein die Anlage übernehmen sollte. Mit Hilfe von Fördermitteln, so seine Idee, hätte der Förderverein die Wasserburg stückweise sanieren können.

Nur der Turm aus dem 12. Jahrhundert im Hof nneren hat eine Sanierung erfahren und kann auch besichtigt werden. " Es gibt hier noch sehr viel zu tun ", zeigt Hans-Jochen Hertel bei einem kleinen Rundgang. Mit dem neuen Eigentümer sei es fraglich, mit welchem Engagement der Förderverein in der Zukunft für die Wasserburg tätig wird, sagt er auf Nachfrage.

Während des Festes standen diese Fragen aber am Rande der Veranstaltung. In hisorischen Gewändern zeigten sich einige Vereinmitglieder. Antje und Peter Grams aus Güsten kamen auch zum Fest. Verkleidet als Gräf n Elisabeth und Graf Eberhard von Catzenellenbogen verliehen sie mit ihren historischen Gewändern der Wasserburg ein Stück Nostalgie. Dadurch fühlten sich Besucher auch um einige Jahrhunderte in der Zeit zurück versetzt.