In der größer gewordenen Stadt Staßfurt wird jetzt die Frage diskutiert, ob es auch eine Vereinheitlichung der insgesamt fünf Postleitzahlen geben soll. Wie Oberbürgermeister René Zok ( parteilos ) der Volksstimme sagte, soll die Grundsatzentscheidung dazu voraussichtlich im Oktober fallen.

Staßfurt. Losgetreten hatte die Diskussion der stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende, Klaus Engel, in einer Ortschaftsratssitzung in Förderstedt.

Dort bezeichnete der Kommunalpolitiker die fehlende einheitliche Postleitzahl in der Stadt Staßfurt nach der Eingemeindung von Förderstedt und Neundorf als Problem. Dieses Thema müsse in der größeren Stadt in Angriff genommen werden, so Engel. Es sei nämlich zu befürchten, dass durch die unterschiedlichen Postleitzahlen im Stadtgebiet Staßfurt nicht nur Postsendungen später zugestellt werden, sondern auch Personen in Notlagen durch die fehlende eindeutige Regelung unnütz gefährdet werden könnten, wenn der Rettungsdienst sein Ziel später erreiche.

" Wir sind an dem Thema dran. Die Grundsatzentscheidung müssen aber die Ausschüsse und dann die Stadträte treffen ", sagte der Oberbürgermeister. Er geht davon aus, dass das im Oktober passieren wird. Zuvor werde man die Vor- und Nachteile sehr sorgfältig abwägen.

In diesem Zusammenhang gab Zok zu bedenken, dass es in Staßfurt und den Ortsteilen insgesamt 85 Straßennamen doppelt oder sogar mehrfach gibt. Sollten sich die Abgeordneten dafür aussprechen, die 39418 als Postleitzahl für das gesamte Stadtgebiet festzuschreiben, dann muss eine Umbenennung erfolgen.

Wenn man auch nur die Hälfte davon mit einem neuen Namen versehen wolle, müssten die Ortschaftsräte einbezogen und um Vorschläge unter Einbeziehung von historischen und örtlichen Gegebenheiten gebeten werden, sagte der Oberbürgermeister.

" Aufgrund kommunaler Neugliederungen im Land Sachsen-Anhalt müssen zumeist auch Veränderungen in der Postanschrift mit dem neuen, einheitlichen Bestimmungsort und teilweise auch Anpassungen der zumeist unterschiedlichen Postleitzahlen der bislang eingenständigen Ortsteile folgen ", sagte die Pressesprecherin der Deutschen Post AG Anke Baumann. Mit dieser Vereinheitlichung der Anschrift komme das Unternehmen einer Forderung der kommunalen Spitzenverbände nach einer einfachen und eindeutigen Adressgestaltung nach.

Baumann : " Mit der Eingemeindung weiterer Orte in die Stadt Staßfurt gilt nun für alle bisher eigenständigen Ortsteile der neue Name Staßfurt, der die bisherigen Namen der jetzigen Ortsteile ersetzt. Die alten Bezeichnungen der Ortsteile werden dann offi ziell nicht mehr verwendet. Damit im zweiten Schritt auch die Postadresse für die neuen Stadt Staßfurt eindeutig gestaltet werden kann, muss die Kommune dafür sorgen, dass im neuen Einzugsbereich der Stadt keine Straßenbezeichnungen doppelt oder mehrfach vorkommen. " Erst wenn alle mehrfach vorkommenden Straßen umbenannt wurden, sei es möglich, auch die neue Postanschrift mit einer gemeinsamen Postleitzahl umzusetzen. Für eine reibungslose Verteilung und Zustellung der Sendungen sei dann die Angabe der ehemals eigenständigen Ortsteile in der Anschrift auch nicht mehr erforderlich.

Die Deutsche Post AG sei dazu mit der Stadt Staßfurt bereits in Kontakt. " Wir haben vereinbart, mit der Stadt nach der Sommerpause, das heißt spätestens nach der ersten Sitzung im September, über die weitere Vorgehensweise noch einmal intensiv und im Detail zu sprechen ", informierte Baumann.

Auf Antrag der Fraktion Unabhängige Wählergemeinschaften wird sich der Stadtrat bereits in seiner nächsten Sitzung am 27. September mit diesem Problem behandeln.

" Es besteht keine Notwendigkeit, eine einheitliche Postleitzahl für die Stadt Staßfurt einzuführen ", meinte Fraktionschef Hartmut Wiest und fügte hinzu : " Größere Städte wie Magdeburg und Halle besitzen mehrere Postleitzahlen für ihr Stadtgebiet, ohne dass davon ein wie auch immer geartetes, Zusammengehörigkeitsgefühl ‘ abhängen würde. "

Aus diesem Grund regte seine Fraktion an, dass der Stadtrat die Beibehaltung der Postleitzahlen 39240 für Brumby, Glöthe und Üllnitz, 39443 für Löbnitz, Förderstedt und Atzendorf, 39439 für Rathmannsdorf, 39446 Löderburg und Athensleben beschließt.

Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Postsendungen dann pünktlich ankommen, wenn bei der Anschrift der ehemalige Gemeindename mit der alten Postleitzahl beibehalten und mit dem Zusatz " Stadt Staßfurt " versehen wurde, heißt es dazu in der Beschlussvorlage.