Neundorf. Das diesjährige Sommerfest der Neundorfer evangelischen Gemeinde verdiente diesen Namen redlich. Wie in den Jahren zuvor auch strahlte die Sonne am blauen Himmel, und die Temperaturen waren angenehm. Traditionell wurde das Fest von Pfarrer Christfried Kulosa mit einer Andacht in der Kirche eingeleitet, zu der sich zahlreiche Gemeindemitglieder eingefunden hatten. Die musikalische Umrahmung hatte wiederum der einheimische Männerchor " Eintracht " unter der Leitung von Vera Hof übernommen.

Nach einem gemeinsam gesungenen Lied und einem Gebet hatte der Pfarrer das Thema " Freiheit " in den Mittelpunkt seiner Predigt gestellt. " Ich habe in den letzten Wochen zum ersten Mal in meinem Leben gemauert ", bekannte er – einen kleinen Anbau zur Verschönerung auf dem Gelände des Hecklinger Gemeindehofes. Sicher nicht die absolute Vollendung, aber er sei trotzdem stolz darauf gewesen, meinte er einleitend.

" Die Menschheit mauert schon seit Jahrtausenden, aus den verschiedensten Gründen ", resümierte der Pfarrer. Schöne Bauwerke sind dabei entstanden, aber auch trennende Dinge, so zum Beispiel die Errichtung der Mauer 1961. " Aber die Sehnsucht nach Freiheit in diesem Teil unseres Vaterlandes hat zu ihrem Einsturz 1989 geführt ", blickte Kulosa zurück. Dann zitierte er entsprechende Texte aus dem Alten Testament, welche die Christen vor der Wende geleitet haben, so zum Beispiel " Jesus sagt, ihr werdet die Wahrheit erfahren und die Wahrheit wird euch frei machen ".

Nach der Fürbitte zur Freiheit für die Menschheit und der Erteilung des Segens wurde das Sommerfest auf dem Innenhof des Kirchengeländes mit Kaffee und Kuchen sowie Spiel und Spaß fortgeführt. Im Eingangsbereich des Gotteshauses war eine Ausstellung mit Fotos von Impressionen zur Wende allgemein und den Restaurationen der Kirche seit 1989 zu sehen. Am späteren Nachmittag erfreute die Staßfurterin Birgit Wassermann die Festteilnehmer mit einem Orgelkonzert, ehe dann mit Steaks und Bratwurst vom Grill die Veranstaltung ausklang.