Heimbewohner, Tafelkunden, Besucher der Suppenküche und Bürger hatten jetzt die Gelegenheit, bei einem Tag der offenen Tür die Arbeit des Wolfgangstifts am Bernburger Louis-Braille-Platz kennzulernen. Im Gespräch ist auch der Umzug des Obdachlosenheims in die Bahnhofstraße.

Bernburg ( mz ). Jetzt hatte das Sozialamt der Stadt Bernburg in das Obdachlosenheim am Brailleplatz zum Sommerfest eingeladen. Bürger konnten sich zudem über die Arbeit im Heim, der Tafel, der Suppenküche und des Möbellagers informieren. Unter den schattigen Bäumen im Garten des Wolfgangstifts saß Sozialdezernent Paul Koller mit H .-J. Bösel, dem Präsidenten des Rotary Clubs Bernburg-Köthen.

" Das ist eine gute

Entscheidung der

Politik. "

Bösel wollte sich darüber informieren, wie die Unterstützung des Clubs für die Tafel gewirkt hat. Über mehrere Jahre hatten die Rotarier das Fahrzeug der Tafel f nanziert. " Das war eine Anschubf nanzierung ", so Bösel. Da die Tafel jetzt auf eigenen Beinen stehe, könne man sich neuen Projekten zuwenden, machte er deutlich.

Unterstützung erhält die Tafel auch vom Kreisverband der Gartenfreunde. In einem Projekt, unterstützt vom Amt für Arbeit, werden in " Tafelgärten " Obst und Gemüse für sozial bedürftige Tafelkunden angebaut. Wurden aus den Gärten im Jahr 2007 fast 5000 Kilogramm Obst und Gemüse geliefert, waren es im Jahr 2008 schon 7000 Kilogramm. Hinzu kommen Lebensmittelspenden von Märkten und Händlern, die von durchschnittlich 8500 Kilogramm je Monat im Jahr 2007 auf über 16 500 Kilogramm je Monat gestiegen sind. Rund 2300 Personen, darunter 640 Kinder, können bei der Tafel Lebensmittel kaufen.

Derzeit geht Dezernent Paul Koller davon aus, dass auch im nächsten Jahr am gleichen Ort ein Sommerfest für Obdachlose, Kunden von Tafel und Suppenküche sowie alle anderen Bürger gefeiert werden kann. Dann steht der Umzug in ein neues Gebäude in der Bahnhofstraße an. " Von den Nutzungsmöglichkeiten her ist das neue Haus mindestens genau so gut ", sagt Koller. Vor allem würden sich die Bedingungen für die Tafel und die Suppenküche deutlich verbessern. Und auch das Möbellager könnte in dem Haus mit untergebracht werden.

Wichtig ist für ihn, dass das Obdachlosenheim in der Nähe des Stadtzentrums bleibt. " Das ist eine gute Entscheidung der Politik ", ist der Dezernent überzeugt. Denn ein Obdachlosenheim sei Teil der Gesellschaft und gehöre deshalb nicht an den Rand einer Stadt. Derzeit hat das Obdachlosenheim " Wolfgangstift " Platz für 30 alleinstehende Männer. 26 davon sind belegt. Kostenlos ist die Unterbringung jedoch nicht. Pro Nacht müssen die Betroffenen 9, 50 Euro für die Unterbringung entrichten. In vielen Fällen wird das Geld gleich vom Amt für Arbeitsförderung überwiesen.

" Von den Nutzungsmöglichkeiten her ist das neue Haus mindestens genau so gut. "

Zudem gibt es innerhalb der Stadt Häuser, in denen vom Amt obdachlose Familien und Frauen untergebracht werden, beschreibt Koller die Situation in der Kreisstadt. Ziel sei es jedoch, die Menschen schnell wieder in das normale Leben zu integrieren. Das gelingt in 30 Prozent der Fälle innerhalb eines Jahres, sagt Heimleiterin Isolde Sperling.