Staßfurt / Schönebeck. Das Land Sachsen-Anhalt stellt in diesem Jahr neben den allgemeinen Zuweisungen für den Öffentlichen Personennahverkehr ( ÖPNV ) eine Sonderzuwendung für Investitionen in diesem Bereich in Höhe von insgesamt fünf Millionen Euro zur Verfügung. Auf den Salzlandkreis entfallen davon 262 717 Euro. Das sind rund fünf Prozent des Gesamtbetrages.

Der Ausschuss für Umwelt, Planung, Verkehr und Wirtschaft empfahl dem Kreistag in seiner Sitzung am Mittwochnachmittag in Bernburg das Geld für sechs Investitionsvorhaben der im Salzlandkreis tätigen Verkehrsunternehmen sowie der Kommunen zu verwenden. Damit könnte der Kauf von jeweils einem neuen Niederfurbus durch die Kreisverkehrsgesellschaft Bernburg und die Hecklinger Firma Haubold bezuschusst werden. Die Verkehrsgesellschaft Südharz könnte sich dann einen Kleinbus und die Personennahverkehr GmbH Staßfurt Entwerterzangen anschaffen. Darüber hinaus sind Zuschüsse an die Städte Aschersleben und Schönebeck geplant. Erstere will damit drei neue Überdachungen für die Wartehäuschen bauen, letztere zwei neue Haltestellen.

Der Bedarf sei wesentlich höher gewesen, sagte der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, Tilo Wechselberger, unter Hinweis auf die bei der Landkreisverwaltung eingegangenen 13 Finanzierungswünsche mit einem Umfang von 1, 4 Millionen Euro, davon allein 955 000 Euro für die Anschaffung von neuen Bussen, die mit nicht mehr als 50 000 Euro bei Kleinbussen beziehungsweise 100 000 Euro je Niederfurbus bezuschusst werden. Darüber hinaus wollten sich auch die Städte Staßfurt und Barby, Calbe und Könnern sowie die Gemeinden Bördeland und Borne insgesamt 16 neue Buswartehäuschen zu 70 Prozent f nanzieren lassen.

Von den 131 Bussen, die die drei im Salzlandkreis tätigen Verkehrsunternehmen besitzen, seien 39 älter als zwölf Jahre. Ähnlich sehe es bei den Haltestelleninvestitionen aus.

Aufgrund der begrenzten Mittel habe die Verwaltung eine Vorauswahl treffen müssen, sagte Wechselberger. Während Baudezernent Ulrich Reder von einer " fairen Aufteilung " sprach, die auch vom Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss einstimmig abgesegnet worden sei, monierte Klaus Bierende ( Wählergemeinschaft Egeln ), dass der Ausschuss nicht in die Vorauswahl eingebunden worden war. Außerdem wollte Bierende wissen, warum der Antrag der Wolmirslebener Busfrma Beck für den Kauf eines 200 000 Euro teuren Niederf urbusses nicht berücksichtigt wurde. Das Unternehmen sei dieses Mal nicht bedient worden, weil es bereits im Jahr 2006 eine Förderung bekommen habe, erläuterte Wechselberger. " Die Busförderung lief bisher über das Land. Jetzt haben wir erstmals die Möglichkeit zu entscheiden, wie die Mittel, die nicht üppig sind, verteilt werden können. " Im nächsten Jahr sollen es 400 000 Euro sein.