Staßfurt. Der Allgemeine Behindertenverband in Sachsen-Anhalt ( ABISA ) hatte am Sonnabend zu einem barrierefreien Picknick in den Staßfurter Tiergarten eingeladen. Und insgesamt 70 Behinderte aus dem ganzen Land waren gekommen, um den kulturellen Darbietungen zu lauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Den Treffpunkt hatte der Landesvorstand nicht von ungefähr gewählt, denn der Tierpark am Luisenplatz ist eine Außenstelle der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen und ein beispielhaftes Projekt beruflicher Förderung. Wie der Geschäftsführer der Lebenshilfe " Bördeland " gGmbH, Stephan Labudde, der Volksstimme sagte, sind in der Anlage insgesamt 30 Mitarbeiter in der Tier- und Gartenpflege sowie im Café tätig. Deshalb habe er sich gefreut, als die Anfrage vom Behindertenverband gekommen sei. " Wir haben uns sofort bereit erklärt, diese Veranstaltung bei uns durchführen zu lassen, weil sich unser behindertengerechter Tiergarten dafür anbietet ", so Labudde.

" Menschen mit Behinderungen können über die Kunst und die Kultur zeigen, zu welchen Leistungen sie fähig sind ", sagte der Landesvorsitzende Dr. Jürgen Hildebrand als er sich beim Chor der Lebenshilfe " Bördeland " für dessen Programm bedankte. Die Sängerinnen und Sänger hatten mit solchen Ohrwürmern wie " Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Liebe nicht " oder " Anton aus Tirol " gleich zu Beginn für Stimmung gesorgt und die Gäste zum Mitsingen animiert. Bis zum gemeinsamen Mittagessen hatten dann alle Besucher genügend Zeit, den gepflegten Tiergarten zu erkunden und sich die vielen Tiere anzusehen, die dort ein neues Zuhause gefunden haben.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Übergabe eines 800-Euro-Schecks, den der Chef des Landtags-Sozialausschusses, Dr. Detlef Eckert, mitgebracht hatte. Das Geld stammt aus dem Solidarfonds der Linken, in den die Abgeordneten ihre ungewollte Diätenerhöhung einzahlen. Der Behindertenverband Sachsen-Anhalt will mit der Spende weitere touristische Einrichtungen und Gaststätten auf ihre Barrierefreiheit untersuchen und dann veröffentlichen. Für den Salzlandkreis liegt ein solches Heft bereits vor.