Der Salzbergbau in Staßfurt und Leopoldshall und seine Folgen – positive wie negative – waren gestern der Anlass für zwei Besuchergruppen, insbesondere das Strandsolbad und seine Umgebung zu erkunden.

Staßfurt. " Absolut interessant, sehr anschaulich, um zu zeigen, wie Bergbau richtig und wie er falsch betrieben werden kann, also auch, welche Verantwortung die künftigen Geologen einmal haben werden ", beschrieb Phillip Starke kurz die Eindrücke, die der Doktorand und Diplom-Landschaftsökologe der Universität Münster gestern bei einer Exkursion in Staßfurt gewinnen konnte. 20 Studenten unter Leitung von Prof. Wilhelm Coldewey waren ganz Ohr, als ihnen Johannes Gerardi von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover aus der Geschichte des Salzbergbaus am Staßfurter Sattel erzählte, wie die Jagd nach dem begehrten Salz in einem Desaster endete und wie heute versucht wird, das beste daraus für die Stadt und ihre Einwohner zu machen.

Der Koordinator des Forschungsverbundvorhabens,

dessen teilnehmende Universitäten und Institute noch bis ins nächste Jahr den Untergrund von Staßfurt durch verschiedenste Messtechniken in einem dreidimensionalen Bild darstellen und interpretieren wollen, hatte den Studenten einen passenden Termin vermittelt. Gegenwärtig laufen nämlich erneut verschiedene Messungen, die zu besagtem Modell beitragen sollen. Die Geowissenschaftler in spe konnten sowohl seismische als auch gravimetrische Messungen verfolgen, die das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik Hannover und die Geophysik und Geotechnik Leipzig GmbH dieser Tage schwerpunktmäßig am Strandsolbad durchführen ( wir berichteten ).

Gerardi äußerte sich hoch erfreut darüber, dass das Forschungsverbundvorhaben von der Bundesregierung um ein halbes Jahr verlängert wurde. Aber schließlich sei das Staßfurter Beispiel auch von großem Interesse in der ganzen Welt. Die Ergebnisse und Empfehlungen sollen schließlich Ende des nächsten Jahres bei einer Tagung mit der Deutschen Geowissenschaftlichen Gesellschaft in Staßfurt sowohl Fachleuten als auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Und wie fühlen sich eigentlich Fremde in Staßfurt, wenn sie viele Hundert Meter unter sich Hohlräume wissen ? Studentin Saskia Geuking : " Ich fühle mich relativ sicher hier oben, nachdem wir am Tag zuvor im Zielitzer Bergwerk 1000 Meter über uns hatten ... "

" Das ist einfach eine Attraktion !"

Nicht weniger interessante Eindrücke, wenn auch anderer Art, konnten zu gleicher Zeit vier Vorstandsmitglieder des Fördervereins Freibad Lehrte e. V. in Staßfurt gewinnen. Anton Scherbaum vom Förderverein Strandsolbad i. G. hatte sie eingeladen. " Das ist einfach eine Attraktion !", schwärmte Dr. Rudolf Köhler, Vorsitzender des Vereins aus der Staßfurter Partnerstadt, am Ufer des salzhaltigen Gewässers ganz begeistert. Er hatte zuvor im Museumskeller von den zahlreichen Ideen gehört, wie engagierte Staßfurter das Freibad touristisch viel besser vermarkten, dabei auch die " rote Wand " als Geotop ins Gewissen von Besuchern rücken wollen. Köhlers drei Begleiter nutzten nach einem vierstündigen Erfahrungsaustausch, der auch für die Staßfurter als sehr fruchtbringend eingeschätzt wurde, die Gelegenheit und drehten eine Runde im kühlen Nass. Über das Treffen der Fördervereine wird noch zu berichten sein.