Güsten. Eine Unterrichtsstunde in Spanisch erfuhren die rund 120 Jungen und Mädchen der Freien Sekundarschüler Güsten gestern, obwohl sich diese Fremdsprache gar nicht auf ihrem Stundenplan fi nden lässt.

Doch die Schule hatte das Angebot von der Fachhochschule Anhalt gern angenommen, die eine Gruppe junger Leute aus Sevilla vermittelte. Zwischen Güsten und Strenzfeld besteht schon eine jahrelange Zusammenarbeit. Erst vor den Sommerferien war eine Gruppe chinesischer Studenten in Güsten und vermittelte Lebensgewohnheiten wie das Kochen landestypischer Gerichte.

Nun hörten und sahen die Sekundarschüler, wie in Spanien getanzt und gesungen wird. Dabei stammen die jungen Gäste nicht alle aus Spanien. Unter ihnen befanden sich auch Cubaner und Brasilianer.

Sie alle gehören aber zu einer christlichen Gemeinde in Sevilla, die von einem Pfarrer aus den USA geleitet wird. David Acton lebt seit vier Jahren dort und baute zuvor innerhalb von zehn Jahren die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in Aschersleben auf, berichtete dessen Nachfolger Martin Kölli am Rande der Veranstaltung gestern Vormittag.

" Die jungen Leute wollen auf ihre Art Brücken bauen, auch wenn sie die deutsche Sprache nicht beherrschen ", erklärte Kölli. Das Ziel verfolgen sie die ganze Woche, auch in Schulen in Aschersleben und Magdeburg. Höhepunkt sei ein Konzert in Aschersleben gewesen, aus dessen Anlass die Spanier außerdem für 100 Zuhörer gekocht hätten.

" Spanien ist nicht das

Land der Frühaufsteher "

In Güsten gelang es ihnen jedenfalls mit ihrem 45-minütigen Programm, die Gastgeber zu fesseln. Aufmerksam verfolgten die Schüler der 5. bis 10. Klassen Gesang und Tanz. Sie ließen sich von David Acton sogar einige Fragen entlocken. Wie es so ist in Spanien, wollte ein Schüler wissen. " Viel Sonne, wenig Wolken. Einfach schön ", kam darauf die Antwort. Und das Schönste mit Bezug auf Sachsen-Anhalt : " Spanien ist nicht das Land der Frühaufsteher. "