Schönebeck ( ct ). " Denkt immer daran : Auch wenn ihr mal ein Spiel verliert – Gott steht in jeder Situation hinter euch. Er lässt euch nie allein ", spricht Jugendpfarrer Tobias Müller von der St. Jakobikirche in die Runde. Die 15 Kinder lauschen aufmerksam seinen Worten. Dann sprechen sie ein kurzes Gebet und ziehen die Schnürsenkel ihrer Turnschuhe fest. Schnell rennen sie zu dem kleinen Fußballplatz, der Anpf ff ertönt.

Seit vergangenen Dienstag fndet täglich von 9. 30 Uhr bis 11. 30 Uhr das Fußballprojekt der St. Jakobikirche statt. " Wir bieten ein offenes Ferienprogramm für Kinder an ", erzählt Tobias Müller. " Jungen und Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren können unverbindlich vorbeischauen und mitmachen ". Zwei Kirchenmitarbeiter fungieren als Trainer – Torwartübungen, Zuspiel und Kopfball stehen auf dem Programm. Nach dem Training fndet eine Pause mit einer Andacht statt, anschließend wird gebolzt.

" Vor drei Jahren kam die Idee auf, den alten Pfarrgarten zu roden und einen Bolzplatz zu bauen. Seit Pfngsten ist er eröffnet ", so Pfarrer Tobias Müller. Den Anstoß für den Umbau des Pfarrgartens erklärt Tobias Müller so : " Der prozentuale Durchschnitt der Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren ist hier in der direkten Umgebung etwas höher als im Rest der Stadt. Das Freizeitangebot ist dagegen sehr gering. Deshalb wollten wir eine sportliche Aktivität anbieten und den Kindern dadurch gleichzeitig den christlichen Glauben und dessen Werte nahe bringen. "

Denn der Pfarrer sieht Parallelen zwischen einem Fußballspiel und dem normalen Leben. Er erklärt : " Während eines Fußballspiels durchleben die Kinder Krisen, spüren manchmal auch Aggressionen. Sie müssen sich einer Autorität, dem Schiedsrichter, unterstellen. Und sie kämpfen um den Sieg. Deshalb hat es sich angeboten diese Sportart als Medium zu nutzen. Wir versuchen den Kindern zu zeigen, wie man mit diesen Situationen umgeht. Das gibt ihnen im Alltag Halt ".

Obwohl das bereits dritte Fußballcamp seiner Art vorwiegend von Jungen besucht wird, gibt es eine Ausnahme : die neunjährige Anna Gläser. War es für einige der Jungs in der Gruppe etwas ungewohnt mit einem Mädchen zu spielen, respektieren sie Anna in der Mannschaft. Alle Kinder lernen ein respektvolles Miteinander.

" Meistens sind die Jungs hier fair zu mir. Manchmal muss ich mich aber auch ein bisschen durchsetzen ", sagt die Neunjährige. Anna fühlt sich so wohl, dass sie bereits den zweiten Tag hintereinander am Fußballcamp teilnimmt. " Mir gefällt ‘ s gut hier ", sagt sie und erzählt stolz : " Ich habe sogar schon ein Tor geschossen ".

Heute fndet vorerst der letzte Tag des Fußballcamps statt. Trotzdem lädt Pfarrer Tobias Müller alle Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren herzlich ein, heute zwischen 9. 30 Uhr und 11. 30 Uhr auf dem Bolzplatz im Garten des Gemeindesaals der St. Jakobikirche, Breiteweg 26, vorbeizukommen.