Die erste Sitzung des neuen Stadtrats ist Geschichte, die Ausschüsse sind besetzt und Vertreter für Verbände und andere Gremien bestimmt. In der fast zweistündigen Sitzung fanden aber auch einige Anregungen Platz. Eine gipfelte in einer deftigen Meinungsverschiedenheit zwischen Verwaltungsleiter Steffen Globig und Bürgermeister Helmut Zander zur Zukunft des Güstener Bahnhofs.

Güsten. Bis auf einige Gegenstimmen aus der Fraktion der Linken ging bei den Personalfragen alles reibungslos über die Bühne ( siehe Infokasten rechts ). Als Verwaltungsleiter Steffen Globig sich die Frage erlaubte, ob sich die Stadt in Sachen Revitalisierung des Bahnhofs kümmern solle, entgegnete ihm Bürgermeister Helmut Zander wirsch : " Die Fragestellung ist falsch. Wir haben keinen Einfluss. Die NASA hat ein Programm. Wir haben wichtigere Dinge zu tun. " Außerdem solle sich die Verwaltung bitte auf die Verbandsgemeinde-Gründung konzentrieren. " Auch nach dem Hinweis von Hans Pfeiffer ( SPD ), der neue Besitzer werde sich verbitten, dass die Stadt hier eingreife, ließ sich Globig nicht von dem Argument abbringen, dass er um die Eigentumsverhältnisse wisse, es aber dennoch Förderprogramme gebe, um die sich die Stadt kümmern sollte. " Natürlich nur nach Rücksprache mit dem Stadtrat ", was er hiermit getan habe. Zander war der Meinung, dass es diesbezüglich keine Fördermittel für die Stadt gebe. Die Vermarktung des Gewerbegebiets sei außerdem auch viel wichtiger. Mit Zanders Worten " Mit der Bahn, das sind doch nur, Scheinkämpfe ‘" war das Thema an diesem Abend erledigt.

Helmut Zander passte schließlich auch das Angebot Steffen Globigs nicht, dass neue gewählte Mandatsträger sich schulen lassen können. Zander dazu : " Schulungen sind nicht Aufgabe der Verwaltung. Sie werden über die jeweiligen Parteien organisiert. " Globig entschuldigte sich mit der Bemerkung, dass das Angebot vom Landkreis gekommen sei auch mit dem Hinweis zum Inhalt, dass es auch um den Umgang mit den Rechten gehe.

Für mehr Gemeinsamkeit plädierte unterdessen Jürgen Mietzsch, wenn auch zu einem ganz anderen Thema. Er würde sich wünschen, wenn wieder alle Vereine und die Feuerwehr ein gemeinsames Vereinsfest gestalten könnten. Dann auch mit Amesdorf zusammen. Das habe man versucht, aber leider ohne Resonanz zu erfahren, so der Bürgermeister. Das könne zudem auch nicht allein Sache der Stadt sein. Er empfahl aber, ab 2010 einen gemeinsamen Veranstaltungskalender zu erstellen für den gesamten Bereich der neuen Verbandsgemeinde. " Es ist immer schade für die Organisatoren, wenn sich Veranstaltungen in Nachbarorten überschneiden. "

Über Themen wie Landambu-Ruine, Kita-Treppe, Zustand des ehemaligen Postgebäudes, Schulerweiterungsbau und Lindenstraße Osmarsleben wird noch zu berichten sein.

f Drei Fraktionen im Stadtrat : CDU / FDP ( 8 Mitglieder ), SPD ( 5 ), Linke ( 3 ) f Drei Ausschüsse : Haupt-, Finanz- und Vergabeausschuss ( beschließend ) mit : Helmut Zander ( Vors. ), Marlies Bey, Gerhard Malkowski, Klaus-Peter Schütze, Hans Pfeiffer, Jürgen Mietzsch und Hans-J ürgen Gornowitz. Bauausschuss ( beratend ) : Hans Pfeiffer ( Vors. ), Helmut Zander, Uwe Opitz, Bruno Jahn, Torsten Müller, Klaus-Peter Schütze, Günther Franz, Hans Schulz.

Ausschuss Kultur-, Ordnung, Soziales : Richard Baxheinrich ( Vors. ), Marlies Bey, Gerhard Malkowski, Michael Kruse, Jennifer-Elisa Bölke, Erika Lissek, Hilmar Landgraf.

f Mitglieder des Gemeinschaftsausschusses der VG Saale-Wipper :

Helmut Zander, Gerhard Malkowski, Hans Pfeiffer ( gleichzeitig Vertreter für die Kommission zur Wahl des Verbandsgemeinderats ).

f Vertreter im WAZV Bode-Wipper : Zander, Pfeiffer f Vertreter Bernburger Bau- und Wohnungsgesellschaft : Opitz, Schütze f Unterhaltungsverbände Wipper-Weida und Untere Bode : Pfeiffer, Jahn. f EMS-Vertreter : Helmut Zander.