Den neuen Rasen seines Fußballplatzes weihte der Sportverein Rathmannsdorf am Sonnabend mit zwei Spielen – Haldenslebener SC gegen Eintracht Bitterfeld in der Verbandsliga und die Erste aus Rathmannsdorf gegen Borussia Fulda – ein. Hinter den Mitgliedern liegt eine lange Zeit von Entbehrungen, durch die ihre Eigeninitiative aber nicht beeinträchtigt wurde. Die lobten vor allem die Ehrengäste der Platzweihe.

Rathmannsdorf. Eine Meisterleistung ist das, was der SV Rathmannsdorf da in den letzten Jahren auf die Beine gestellt hat. Eine Meisterleistung für den Verein, seine Spieler und die Fußballfans im Lietheort. Vorbei sind die " Acker " -Zeiten, in denen auswärtige Mannschaften sich weigerten aufzulaufen und der Platz eher für Verletzungen als Steilpässe berüchtigt war. Rathmannsdorf hat seinen neuen Rasen und der Verein wieder eine adäquate Spielanlage. Mit der Raseneinweihung werde den Arbeiten an allen Gebäuden des Sportplatzes die " grüne Krone " aufgesetzt, sagt Peter Frey, Vorsitzender des SV Rathmannsdorf. " Wir sind alle zufrieden und überglücklich, dass es endlich soweit ist. " Und wenn der Vereinsvorsitzende schon in der Mehrzahl spricht, dann weiß er eine große Schar Spieler, Vereinsanhänger, Fans, Freunde und Sponsoren hinter sich. " Der Fußball hat in Rathmannsdorf Tradition. Dieser Tradition fühlen sich hier noch viele verpfichtet ", sagt Frey. Als relativ kleiner Ort habe man immer hoch- und dort erstklassig gespielt. Rund 150 Zuschauer werden bei den Heimspielen gezählt. Der Verein, so Frey, habe sich einen Namen erspielt – über Generationen.

Gut 100 Jahre war der alte Rasen auf dem Platz. Der Bau des Hauptgebäudes der Sportanlage datiert ähnlich. Sanitäre Anlagen, Kassenhäuschen und andere Anbauten stammen aus späterer Zeit. Doch an allem hatte der Zahn der Zeit genagt. Auf dem Platz gab es das breite Spektrum von Versumpfungen, sandigen Flächen und Stellen, denen keine an Grasnarbe mehr zu sehen war – nur eben wenig Spielrasen.

Erste Arbeiten in den

90 er Jahren

" In den 90 er Jahren haben wir begonnen, alles auf Vordermann zu bringen ", erinnert sich Frey. Seitdem sind Umkleideräume und Vereinshaus, sanitäre Anlagen und der Außenbereich wieder richtig schön anzusehen und entsprechen was viel wichtiger ist – den sportlichen Anforderungen. Seit Rathmannsdorf zur Stadt Staßfurt gehört, wurde auch das Thema Rasen ernsthaft diskutiert. Alt-B ürgermeister Martin Kriesel folgte einer Einladung auf den Platz, als Zuschauer kannte er den Zustand. " Die Stadt hat nach Möglichkeiten der Förderung gesucht, Mittel in den Haushalt eingestellt und die Ausschreibungen vorgenommen ", beschreibt der ehemalige Bürgermeister den Anteil aus dem Rathaus. 15 000 Euro konnte die Stadt beisteuern. Den Rest sammelte der Verein bei Freunden und Sponsoren. Eine Firma wurde schließlich damit beauftragt, den Spezialrasen aufzutragen, nachdem der alte in einer Tiefe von 30 Zentimetern ausgehoben wurde.

Peter Frey steht dankbar vor allem Neuen, weiß, dass der Verein – jetzt wo der Rahmen stimmt – die sportlichen Aspekte wieder stärker betonen kann. Seine Freude teilt Rathmannsdorfs Ortsbürgermeister Klaus Magenheimer, der als damaliger Gemeindechef wie sein Vorgänger Günter Hartwig einen Bärenanteil an der jetzigen Gestalt der gesamten Sportanlage hat. " Der Tag war heiß ersehnt ", so Magenheimer.

Viel Hilfe aus

dem Ort

Die fnanziellen Mittel seien der eine, das Engagement des Vereins und seiner Freunde der viel wichtigere Aspekt. Magenheimer dankte auch dem Beruflichen Bildungs- und Rehabilitationszentrum im Schloss Rathmannsdorf für die Unterstützung bei den Arbeiten im Außenbereich. Die hauptamtlichen Amtskollegen des Ortsbürgermeisters in Staßfurt schlossen sich in ihren Worten den Würdigungen an. " Es gibt zwei Gründe dafür, dass dieser schöne Platz zustande gekommen ist ", sagt Martin Kriesel. " Die widrigen Verhältnisse über Jahre, die dem sportlichen Erfolg nicht dienlich waren. Und der beispielgebende Werdegang des Erneuerns über die Eigenleistungen des Vereins " Denn nur wer mitgestalte, erhalte auch.

Staßfurts Oberbürgermeister René Zok blieb nicht mehr viel hinzuzufügen. " Der SV weiß um die Bedeutung von Werterhaltung und Engagement. Seine Devise ist nicht, sich zurück zu lehnen und die Hand aufzuhalten, sondern anzupacken. Dass dieser Einsatz Belohnung fndet, zeigt die wunderschöne Sportanlage. "