Eine großzügige Spende gab den Anstoß, ermöglichte es dem Gemeindekirchenrat (" Kirchspiel am Hakel ") in Groß Börnecke jetzt, quasi zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen : Die Laurentiuskirche wird derzeit im Inneren aufwändig saniert. Gottesdienste fnden dafür seit 30 Jahren wieder zum ersten Mal in der Clemenskirche in Groß Börnecke statt.

Groß Börnecke. Vor knapp zwei Wochen haben die Bauarbeiten in der Kirche Sankt Laurentius in Groß Börnecke begonnen. Der Chorraum wird derzeit komplett neu gestaltet. Am Ende soll die Kirche hier wieder ein Stück Ursprünglichkeit zurück erhalten. Denn die Arbeiten sind darauf ausgelegt, den Innenraum so herzurichten, wie er vor dem letzten Umbau in den 1930 er Jahren ausgesehen hat.

Unter anderem ist geplant, den Altar wieder in die Apsis zu setzen, auch der hölzerne Korpus mit dem Kruzifx soll rechts daneben angebracht werden. Im Moment arbeitet ein Restaurator den hölzernen Korpus auf. Die Kirche erhält auch wieder eine Kanzel, die aus der Ulrichskirche in Sangerhausen stammt und in Groß Börnecke links neben der Apsis ihren Platz erhält.

Weitere Veränderungen sind geplant : Dazu gehört unter anderem, dass Besucher demnächst auch im Chorraum Platz nehmen können. Sechs neue Bänke werden hier aufgestellt. Jeweils drei auf der rechten und drei auf der linken Seite. Insgesamt rücken die anderen Bänke auch ein Stück weiter nach vorn und der Übergang zum Boden des Chorraumes wird f ießend als Ebene mit Sandsteinplatten gestaltet. Der Sockel aus Klinkersteinen verschwindet. Schließlich soll ein weiteres Taufbecken die Kirche künftig schmücken.

Und noch eine Besonderheit geht mit den Umbauarbeiten einher. Dabei handelt es sich um drei Fenster in der Mitte der Apsis. Sie waren vor rund 50 Jahren zugemauert worden. Jetzt will der Gemeindekirchenrat sie wieder öffnen lassen und mit verschiedenen Motiven – die Auferstehung Jesu Christi, Taufe, Schöpfung und heiliges Abendmahl – im Buntglasstil ausschmücken.

Alles in allem soll die Kirche in einem neuen freundlicheren Licht erstrahlen. " Wir wollen dem Haus einen neuen hellen Charakter geben, sodass sich die Leute bei uns noch wohler fühlen ", schildert Pfarrer Ulrich Lörzer den Ausgangspunkt der Überlegungen, die dazu führten, die Gestaltung des Innenraums in Angriff zu nehmen.

Möglich wurde das Ganze aufgrund einer großzügigen Spende des Landwirts Walther Taentzler. Er hatte der Kirchengemeinde eine größere Geldsumme zur Verfügung gestellt. Dass der Unternehmer eng mit der Kirche verbunden ist, erklärt Gemeindekirchenrätin Petra Pollnow. " Die Wurzeln seiner Familie liegen in Groß Börnecke. Seine Vorfahren lebten hier ", dankt sie dem Sponsor im Namen des Gremiums. Seine Zuwendung habe den Stein ins Rollen gebracht, erklärt auch Pfarrer Ulrich Lörzer.

" Wir hatten schon längere Zeit überlegt, wie wir das Ganze in Angriff nehmen können ", so der Pfarrer. Die große Spende und weitere Mittel, auch aus anderen Fördertöpfen hätten die Gemeinde schließlich in die Lage versetzt, das Vorhaben anzugehen.

Im Ganzen soll der erste Bauabschnitt mit den grundlegenden Maßnahmen bis Oktober abgeschlossen sein. Geplant ist, dass Gottesdienste wieder ab dem Erntedankfest in der Laurentiuskirche abgehalten werden. Dass sie im Moment wegen der Baumaßnahme an einen anderen Ort verschoben wurden, hat ebenfalls ein Gutes. Denn die Mitglieder der Kirchengemeinde können die benachbarte Clemenskirche nutzen.

Zum ersten Mal seit 30 Jahren treffen sich Menschen hier nun wieder regelmäßig, um gemeinsam zu beten. Der Vorsitzende des Gemeindekirchenrats Jörg Biedermann macht darauf aufmerksam, dass der Förderverein der Kirche Sankt Clemens maßgeblich Anteil daran hat. " Er hat die Kirche vor dem Verfall bewahrt und so hergerichtet, dass jetzt wieder Gottesdienste darin abgehalten werden können ", dankt er dem Engagement.

Seit nunmehr neun Jahren kämpfen die Mitglieder dafür ein Kleinod ihres Heimatdorfes Groß Börnecke zu bewahren. Die Vorsitzende Sonja Mewald begrüßt es, dass mit den Gottesdiensten übergangsweise wieder Leben in die Clemenskirche einzieht. " Es ist eine sehr schöne Sache. Wir freuen uns darüber. Für die Leute wird es auch etwas ganz Besonderes sein, die Gottesdienste wieder hier erleben zu dürfen. " Der Verein hofft, über die Nutzung auch mit neuen Ansprechpartnern in Verbindung zu treten. " Ich bin sicher, dass wir unser Kontaktnetzwerk weiter ausbauen können ", schätzt Sonja Mewald.