Bad Salzelmen ( fm ). Zehn selbstgedruckte Lithograf en hat der aus Calbe stammende Künstler Hans Both der St. Johannisgemeinde in Schönebeck geschenkt. Sie sollen pro Stück für 25 Euro verkauft werden. Die Einnahmen gehen an die Bank, im doppelten Wortsinn.

Wer die St. Johanniskirche im Schönebecker Stadtteil Bad Salzelmen betritt, bef ndet sich in einem außergewöhnlichen, fraglos einmaligen Kirchengebäude. Größer als der Magdeburger Dom sollte das Gotteshaus nach den Vorstellungen seiner Planer im 15. Jahrhundert werden. Daraus wurde dann zwar nichts, weil höhere Stellen diesen Plan ablehnten. Dafür aber ließen es die Pfänner, das waren die wohlhabenden Besitzer der Salzquellen, nicht an Pracht und Glamour mangeln. Mit Salz ist schon lange kein Geschäft mehr zu machen. Heute kann die Kirche jeden Euro gebrauchen. Dafür hat auch der Künstler Hans Both Verständnis.

Er schuf ein Bild vom nördlichen Eingangsbereich des Gebäudes, ließ es als Lithograf e verfelfältigen, fertigte 20 Exemplare an und schenkte zehn davon dem Kirchbauverein St. Johannis. Bei der Übergabe der Kunstblätter am Dienstag an Heidi und Hans-Jürgen Koch vom Kirchbauverein, erläuterte Both seine Motivation. " Mich interessiert und fasziniert das Zusammenspiel von Natur und Siedlungsraum. Darum bilde ich gern Motive ab, die dieses Miteinander widerspiegeln. Und als ich erfahren habe, wie viele Sanierungsarbeiten an und in der St. Johanniskirche erfolgten und wie viele noch nötig sind, wollte ich mit meinen Mitteln helfen ", sagte der aus Calbe stammende Künstler.

Die zehn Lithografen sind ab sofort käufich zu erwerben, kosten pro Stück 25 Euro. Die Einnahmen, summa summarum 250 Euro, will der Finanzchef des Kirchbauvereins, Hans-Jürgen Koch, in die Abzahlung der neuen Kirchenbänke stecken. An den Bank-Zinsen für die Neuanschaffung hat die Kirchengemeinde noch gut fünf Jahre zu knabbern. Zudem muss noch eine vom Schönebecker Künstler Christof Grüger geschaffene Andachtsecke abbezahlt werden. Am Montag haben notwendige, umfangreiche Arbeiten für eine Entwässerungsanlage an der Außenfassade begonnen. Jede Spende ist also willkommen.

Die St. Johanniskirche, so Both gegenüber der Volksstimme, sei wie ein Wahrzeichen, zu dem es ihn immer wieder hinziehe. Sie gehöre architektonisch wie sakral zu den kulturellen Höhepunkten im Salzlandkreis. In sich selbst hineinlauschend meinte er zum Thema christlicher Glaube : " Die Fäden sind noch da. Auch wenn ich nicht jeden Sonntag in den Gottesdienst gehe. "

Das von Both gezeichnete Bild zeigt mit dem Eingangsbereich einen Schaugiebel, der erst in späterer Zeit zur Verschönerung aufgesetzt worden ist. Ursprünglich war der heutige Eingang Teil einer Kapelle, die älter ist als die Johanniskirche und die in den Bau integriert worden ist.