Schönebeck / Bernburg. Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises beschloss in seiner Sitzung am Dienstag, dass elf Kindertagesstätten im Kreis Fördermittel für den Ausbau ihrer Krippenplätze bekommen.

Neben der Kita der Stadt Könnern, die mit gut einer Million Euro am meisten von dem Förderprogramm des Bundesprogramms prof tiert, bekommen zwei Kitas aus dem Altkreis Schönebeck und drei Kitas aus dem Staßfurter Bereich Geld. Eine Einrichtung liegt in Bernburg, vier in Aschersleben. Insgesamt lagen 30 Anträge mit einer Fördersumme von 9, 2 Millionen Euro vor.

Unzufrieden mit der Auswahl zeigte sich Annett Lazay. Die Vorsteherin des Schönebecker Burghofes sitzt für den Diakonieverein im Jugendhilfeausschuss. Auch die Diakonie hatte einen Antrag auf Förderung gestellt, dieser steht allerdings nicht auf der Prioritätenliste. " Bisher habe ich keine klare Antwort auf meine Frage nach den Auswahlkriterien bekommen ", kritisierte Lazay. " Sie sagten, dass darauf steht, wer neue Plätze schafft. Das tun aber nur sechs der Einrichtungen, die auf der Prioritätenliste stehen. "

Zudem begründete die Landkreisverwaltung die Ablehnung der Förderung für die Diakonieeinrichtung " St. Laurentii ", bei der in Schönebeck-Frohse zwölf neue Plätze geschaffen werden sollten, damit, dass der zu fördernde Neubau der Krippe der Kita " Regenbogen " in der Wilhelm-Hellge-Straße aufgrund der räumlichen Nähe den Bedarf decken würde.

Dem widersprach Lazay. Laut Unterlagen der Verwaltung bliebe die Anzahl der Krippenplätze gleich. Die zuständige Amtsleiterin Christel Wenzel erklärte, dass von derzeit 35 Plätzen auf 40 aufgestockt würde.

Erdmute Köppe, Sachgebietsleiterin in der Stadtverwaltung Schönebeck, warb ebenfalls für eine Berücksichtigung der Einrichtung St. Laurentii. " Wir haben eine stabile Geburtenzahl und sind bereits jetzt an Kapazitätsgrenzen für Kinder bis drei Jahre gestoßen. " Die Stadt arbeite bereits mit Sondergenehmigungen.

Gegen eine nachträgliche Änderung der Prioritätenliste sprach sich Ausschussmitglied Dr. Georg Hamm ( CDU ) aus. " Diese Diskussion hätten wir mit den Trägern früher führen müssen ", sagte er. Jetzt eine Kita abzustufen, um eine andere auf die Liste zu setzen, sei nicht möglich, da die Ausschussmitglieder nicht alle Einrichtungen kennen und darum auch kein gerechtes Urteil fällen könnten.

Wenzel verwies darauf, dass die Fachbereichsleiter des Landkreises die Situationen vor Ort kennen und entsprechend die Liste zusammengestellt hätten. Steffen Uhlig vom Schönebecker Verein Rückenwind forderte mehr Kommunikation zwischen Verwaltung und Trägern.

Außerdem sollten klare Kriterienkataloge und Anhörungen im Vorfeld stattf nden. Das wolle die Verwaltung zukünftig berücksichtigen, sagte die zuständige Dezernentin Edith Völksch. Die von der Verwaltung vorgelegte Prioritätenliste wurde mehrheitlich

ohne Änderungen beschlossen.