Seit mehreren Tagen treibt ein Pferdemörder im nördlichen Sachsen-Anhalt sein Unwesen. Nun hat er auch den Salzlandkreis durchstreift und fand sein Opfer auf einer Koppel bei Glinde. Stute Dana ließ ihr Leben, als ein unbekannter Täter ihr den Bauch aufschlitzte.

Glinde. Was geschah zwischen dem 15. und 16. Juli am Glinder Baggerloch, das zwischen Glinde und Zackmünde am Elbdeich liegt ? Diese Frage stellen sich die Polizei und das Ordnungsamt, die den Fall des toten Pferdes untersuchen.

Als der Glinder Landwirt Andreas Puder am frühen Donnerstagmorgen wie jeden Tag nach seinen Tieren sehen wollte, gefror ihm bald das Blut in den Adern. Sein Pferd, die 19-jährige Stute Dana, lag tot auf der Weide. Der Bauch war durch einen scharfen Gegenstand aufgeschlitzt worden, die Därme hingen heraus. Weil etwa 300 Meter davon entfernt ebenfalls Innereien gefunden wurden, lässt das nur einen Schluss zu : Das Tier von der Rasse Edles Warmblut hatte sich mit seinen schweren Verletzungen in Richtung Glinde geschleppt, wo es kurz vor dem Koppelzaun verendete. Das geschah vermutlich instinktiv, weil von dort jeden Tag Andreas Puder kommt.

In der Meldung, die das Polizeirevier des Salzlandkreises gestern veröffentlichte, heißt es zu dem Vorfall : " Da auf der Koppel auch Wasserbüffel gehalten werden, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, ob die Verletzungen durch ein anderes Tier zugefügt wurden, oder ob unbekannte Täter das Pferd töteten. "

Andreas Puder hält erstere Vermutung für ausgeschlossen. " Meine Büffel sind ganz friedliche Vertreter. Außerdem sind sie und meine Stute seit Monaten aneinander gewöhnt, weil sie auf einer Koppel zusammen leben ", sagt der 36-J ährige.

Man hatte am Donnerstag auch die Hörner der vier Rinder untersucht. An keinem der Tiere wurden Hinweise gefunden, die darauf schließen ließen, dass sie das Pferd angegriffen haben. An der rauhen Hornoberfäche hätten sich in jedem Fall Blutspuren f nden lassen müssen, ist Puder überzeugt. Die Tiere hält der Landwirt eher aus Liebhaberei.

In die Untersuchungen mit eingebunden ist das Ordnungsamt der Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Saale. Dieter Kohle, der den Fall betreut, erklärte, dass eine solche Tat bisher einmalig in seinem Gebiet ist.

Um Klarheit in den Fall zu bringen, ließ die Polizei das 19-jährige Pferd zum Amt für Verbraucherschutz in Stendal transportieren, wo es obduziert werden soll. Mit den Ergebnissen ist Anfang kommender Woche zu rechnen, erklärte Sprecherin Katja Loichen-Kurth.

Pferdehalter sind indessen beunruhigt, ob die Tötung auf einen so genannten Pferderipper zurückzuführen ist. In der Altmark war erst vergangene Woche ein Junghengst lebensgefährlich verletzt worden. Der faustgroße Einstich kurz vor der Hinterfanke befand sich fast an der gleichen Stelle, wie es bei der Glinder Stute Dana der Fall war.