Ein neues Projekt startet im September im Mehrgenerationenhaus der Volkssolidarität am Staßfurter Luisenplatz. Alt und Jung sollen dabei zusammenkommen, Erfahrungen austauschen, sich ganz praktisch gegenseitig helfen und füreinander da sein.

Staßfurt. Alt und Jung sollen zusammengebracht werden bei einem neuen Angebot, das Monika Zuber und Susanne Schmeißer jetzt im Staßfurter Mehrgenerationenhaus vorbereiten. Familien, ohne weitere Bindungen in der Region, aber auch alleinerziehende Eltern mit ihren Kindern kommen mit Senioren zusammen, helfen sich gegenseitig und unternehmen etwas zusammen. " Wir wollen einen Raum schaffen, in dem diese Kontakte geknüpft werden können ", sagt Monika Zuber.

Den Bedarf sehen beide Initiatorinnen, denn Arbeits- und Lebenswelten hätten sich verändert. Die Oma, die schnell einspringt, wenn Mütter und Väter Wege zu erledigen haben. Die Enkel, die die Oma im Haus besuchen, damit sie sich nach dem Tod ihres Mannes nicht allein fühlt. All das sind Formen des Miteinanderlebens, die ältere Generationen noch kennen, die aber in der heutigen Gesellschaft immer mehr aufweichen. " Von den jungen Menschen wird Mobilität gefordert. Sie reisen der Arbeit hinterher ", sagt Susanne Schmeißer. Die Großfamilie, wie sie noch vor Jahren als soziale Gemeinschaft üblich gewesen sei, gebe es immer weniger. " Das hat nicht nur zur Folge, dass die jungen Familien mit der Erziehung ihrer Kinder und allen anderen Pflichten oft allein dastehen ", meint Monika Zuber. Auch ältere Menschen würden immer häufiger unter Vereinsamung und Pessimismus leiden, an dieser Situation resignieren.

Gegen Vereinsamung und Überforderung

" Deshalb die Idee, für Jung und Alt etwas zu machen, bei dem die Generationen etwas von sich einbringen aber auch davon profitieren ", so Monika Zuber. Initialzündung sei für sie die Betreuung einer alleinstehenden Mutter mit drei Kindern im Verein " Sauberes Staßfurt " gewesen. Hier habe man zum ersten Mall vergegenwärtigt, welche Probleme überhaupt damit zusammenhängen würden. " Da war viel Hilflosigkeit ", erinnert sich Monika Zuber, die unbedingt Abhilfe schaffen wollte. Die Wege über den Verein und über die politische Ebene, Zuber war Stadträtin, schienen ihr nicht geeignet, wollte sie doch möglichst viele Menschen erreichen. Bei der Volkssolidarität und dem Mehrgenerationenhaus rannte Monika Zuber offene Türen ein. " Auch wir hatten schon die Idee für ein Ersatzgroßeltern-Projekt ", erklärt Mehrgenerationenhausleiterin Susanne Schmeißer. Mit Monika Zuber habe man eine Partnerin voller Elan gefunden, so dass das Projekt im September starten könne. " Und die Bedingungen sowie die inhaltliche Ausrichtung des Hauses sind sehr gut und paßgenau für das Projekt ", ergänzt Zuber.

Sympathie als wichtige Grundlage

Zunächst ist an ein gemeinsames Treffen gedacht, bei dem sich Jung und Alt kennenlernen. " Sympathie ist die wichtigste Voraussetzung für die Beziehungen zwischen Familien, alleinstehenden Eltern und Senioren, die entstehen sollen ", sagt Zuber. Aus ihnen könnten vielfältige Hilfestellungen und Begegnungsmöglichkeiten erwachsen – von der Kinderbetreuung bis hin zu gemeinsamen Unternehmungen.

Trotzdem soll es neben den Verfechtungen im privaten Bereich regelmäßige gemeinsame Treffen im Mehrgenerationenhaus für den Erfahrungsaustausch geben. Die Runden bei der Volkssolidarität geben Raum für die Kommunikation individuell gemachter Erfahrungen. Susanne Schmeißer und Monika Zuber verstehen sich dabei als Koordinatoren und Vermittler zwischen Jung und Alt.

Monika Zuber. " Ich denke wir können mit den Ersatzgroßeltern für junge Familien und Alleinerziehende viel gegen die Vereinsamung und Überförderung auf beiden Seiten tun und die nachhaltige Kommunikation der Gemeinschaft zwischen den Generationen fördern. "