Wie viele Krankenhäuser in Deutschland und im Salzlandkreis haben auch die Kreiskliniken Aschersleben-Staßfurt mit Ärztemangel zu kämpfen. " Zurzeit sind fünf Arztstellen unbesetzt ", sagte Kliniksprecherin Julia Tarlatt der Volksstimme. Aus diesem Grund mussten in Staßfurt bereits Stationen geschlossen werden. Gemeinsam mit der Sparkassenstiftung Aschersleben-Staßfurt versucht die Geschäftsführung mit einem neuen Projekt gegenzusteuern.

Aschersleben / Staßfurt. Die Geschäftsführung der Kreiskliniken Aschersleben-Staßfurt hat sich zur Bekämpfung des Ärztemangels neue Wege einfallen lassen.

Einer davon ist die frühzeitige Bindung von Medizinstudenten an die Kreiskliniken. Dazu werden Studenten bestimmter Fachgebiete von der Kreisklinik Aschersleben-Staßfurt ein Stipendium in angemessener Höhe, vergleichbar mit anderen Häusern in Sachsen-Anhalt, erhalten und sich im Gegenzug verpf ichten, nach Beendigung des Studiums in den Einrichtungen der Klinik in Aschersleben oder in Staßfurt tätig zu sein, sagte die kaufmännische Geschäftsführerin Melita Planer. Erste Vereinbarungen dazu wurden bereits abgeschlossen.

" Ein solches Stipendium ist bei der wirtschaftlich angespannten Situation im Gesundheitswesen nicht einfach zu schultern. Die Kreiskliniken haben sich daher für die Finanzierung der Stipendien Hilfe geholt. In einem Antrag an die Sparkassenstiftung Aschersleben-Staßfurt wurde das Problem geschildert und das Kuratorium der Sparkassenstiftung zögerte nicht lange und stellt insgesamt 10 000 Euro für das Projekt zur Verfügung ", sagte die Pressesprecherin der Salzlandsparkasse, Ute Cziesla, der Volksstimme.

Stipendien für

vier Studenten

In den Genuss einer solchen Förderung, die laut Tarlatt zusätzlich zu dem Klinik-Stipendium gezahlt wird, kommen vier Medizinstudenten aus Aschersleben, Nachterstedt, Schönebeck und Magdeburg.

Nach Abschluss ihres Studiums werden sie als Gegenleistung für die Finanzspritze mindestens drei Jahre lang in den jeweiligen Fachabteilungen der Kreiskliniken arbeiten. Auf ähnliche Weise hatte damals auch die DDR die Mediziner gesteuert und für eine entsprechende Personalausstattung an den Häusern beziehungsweise in den Arztpraxen gesorgt.

Die Vertreter der Sparkassenstiftung, Manfred Köhler und Angela Heil, übergaben gestern im Krankenhaus in Aschersleben den Bewilligungsbescheid für die 10 000-Euro-Finanzspritze an die Klinik-Geschäftsführer Melita Planert und Dr. Erik Czihal sowie an Maxi Salheiser. Letztere ist eine der Stipendiatinnen, die sich an diesem interessanten Modell beteiligen werden. Gemeinsam unterzeichneten sie dann auch den Kooperationsvertrag und gaben der Hoffnung Ausdruck, dass dieses positive Beispiel Nachahmer fndet und dem Projekt noch weitere Aktivitäten folgen werden.