Die Firma KRD ( Komposte / Rekultivierungsstoffe / Düngemittel ) GmbH in Atzendorf will in der Gemarkung des Staßfurter Stadtteils das vorhandene Zwischenlager für ungefährliche Abfälle um eine Kapazität von maximal 45 Tonnen erweitern. Der Bauausschuss des Staßfurter Stadtrates und der Ortschaftsrat in Förderstedt mussten dazu ihr Einverständnis erklären. Proteste gab es vor allem aus Staßfurt.

Staßfurt. " Noch mehr Müll brauchen wir nicht ", sagte Dr. Walter Blauwitz ( Die Linke ) und begründete es so, warum er der Stellungnahme der Stadt zur Errichtung eines Zwischenlagers für ungefährliche Abfälle in Atzendorf nicht folgen kann : Die Umweltbelastung in der Region seien aus seiner Sicht durch verschiedene Deponien schon groß genug.

Aus den Unterlagen der Stadt sei nicht zu erkennen, was in Atzendorf genau geplant sei. " Wir wissen zu wenig. So kann ich mein Einvernehmen nicht geben ", sagte der Politiker im Bauausschuss. Oberbürgermeister René Zok ( parteilos ) dämpfte die Vorstellungen der Abgeordneten, an diesem Vorhaben etwas ändern zu können. " Es geht um die planungsrechtliche Stellungnahme. Die Anlage können wir nicht verhindern. "

Das ist auch dem Linken-Politiker klar. Blauwitz dazu scharf : " Wir brauchen uns aber auch nicht darüber freuen !"

Lagerung von Kanalabfällen geplant

Was soll passieren ? Die KRD GmbH will eine Lagerstätte für bestimmte Abfälle auf freiem Feld erreichten. Erste Wände für die Anlage stehen bereits. Schlamm- und Sandanfälle aus Kanalreinigungen sollen hier auf Zeit Platz fnden. Im Bauausschuss hieß es dazu, dass die Zwischenlagerung aus logistischen Gründen erfolgen muss. Die Abfälle sollen konzentriert aufbewahrt werden. Aus der Verwaltung in Förderstedt, einst zuständig für alle Genehmigungsverfahren, erfolgte der Hinweis, dass die Betriebsgenehmigung für die Lagerung der Abfälle bereits seit 1994 vorliege. Alles sei von den Aufsichtsbehörden als " ungefährlich " eingestuft worden. Für Walter Blauwitz Ansatzpunkt zur Kritik. Er versteht nicht, warum es zur Zwischenlagerung kommen muss, möchte wissen, wie die endgültige Deponierung aussieht. Diese Fragen stellte nicht nur er sich, sondern auch seine Kollegen aus dem Bauausschuss. Das Gremium lehnte die von der Stadt gegebene Stellungnahme mehrheitlich ab, bei einer Enthaltung und keiner Ja-Stimme,

Zu viele Fragezeichen stehen im Raum. Denn in dem Vorlagentext heißt es lediglich, dass das Bauvorhaben als priviligiertes Vorhaben im Außenbereich zulässig sei. Hinweise gibt es zur Sicherstellung des Löschwasserbedarfs und welceh Maßnahmen ergriffen werden müssen zur Verhinderung eines Abtragens durch Winderosion. Außerdem müsse die KRD dafür sorgen, dass nicht Fremdstoffe aus der Lagerhaltung in den Boden eindringen können.

Der Ortschaftsrat Förderstedt hingegen stimmte diesem Vorhaben mehrheitlich zu. Jedoch übte Atzendorfs Ex-Bürgermeister Karl-Heinz Elstermann ( SPD ) scharfe Kritik. " Atzendorf ist eingemauert von großen Komposthaufen. Uns reicht der Gestank und die Lärmbelästigung auf der Hauptstraße ", sagte er.

Damals sei festgelegt worden, dass am Bornschen Weg nur Holzabfälle gelagert werden dürfen, nun sei es Kompost. Die Firma sei zwar immer noch einer der größten Steuerzahler des Ortes, die Kommunalpolitiker hätten aber besonders von den Anwohnern dieser Anlagen " massive Nackenschläge " bekommen, sagte Elstermann.

Johann Hauser ( FDP ) meinte, man müsse sich an den geltenden Gesetzen orientieren. Er begrüßte die Festlegung, dass der Betreiber dafür sorgen müsse, dass Plasteabfälle nicht durch die ganze Feldflur flattern.

" Wenn es stinkt, sollte man sich informieren, ob das vom Hühnerdung oder von einer Umschichtung durch die Firma KRD kommt ", sagte sein Fraktionskollege Günter Döbbel.