Löderburg ( dw ). In der Löderburger Kindertagesstätte Zwergenland gab es jetzt die Auftaktveranstaltung zu einer neuen Reihe. Immer einmal im Monat wollen interessierte Eltern am Nachmittag zusammenkommen – die Kinder sind selbstverständlich auch dabei. " Wir wollten eine Form finden, bei der sich Väter und Mütter treffen, sehen, wie der Alltag in der Einrichtung aussieht, in der ihre Kinder betreut werden, und miteinander ins Gespräch kommen ", erklärt Doreen Kinne. Ihr zweieinhalbjähriger Sohn Michel ist einer von den Zwergenländlern in Löderburg. Er kennt seine Freunde aus der Krippe gut. Doch die Eltern der Kinder sehen sich eher flüchtig und zufällig im Kindergarten, vielleicht beim Bringen und Abholen der Mädchen und Jungen. Einmal im Jahr gebe es zwar einen großen Elternabend, so Doreen Kinne, aber der behandele viel grundlegendere Themen.

So entwickelte sie die Idee, einen offenen Eltern- und Kindernachmittag anzubieten, bei dem die Mütter, Väter und Kinder sagen, was passieren soll, bei dem mal nicht auf die Uhr geschaut werden muss und bei dem Spaß und Gemeinschaft im Vordergrund stehen.

Bei den Kita-Mitarbeitern rannte Doreen Kinne mit ihrer Idee offene Türen ein. " Wir haben mit Bildung elementar ein sehr gutes Kinderfördersystem im Land ", sagt Leiterin Beate Koch. " Alles dabei läuft aber auf die Arbeit mit den Kindern hinaus. " Wenig Zeit bleibe für Vor- und Nachbereitung, für Gespräche mit den Eltern. " Das soll jetzt mehr Platz finden ", freut sich Koch. Denn es sei wichtig, dass man in der Kita wisse, was bei den Kindern Zuhause los sei und umgekehrt. " Viele Fragen können zwar nur individuell mit den Familien gelöst werden, aber es gibt oft auch Erfahrungswerte bei anderen Vätern und Müttern mit ihren Kindern. "

Sicherlich ist der Rahmen nicht so ernst abgesteckt, dennoch sollen die Nachmittage nicht einfach Kaffeerunde sein. " Wir wollen die Arbeit im Kindergarten begleiten ", sagt Beate Koch. Beim Auftakt ging es deshalb um anregendes rhythmisches Sprechen mit Kindern.

Heike Kamrad vom Staßfurter Fachgeschäft " Das gute Buch " hatte aus ihrem Fundes verschiedene Anleitungsbücher mitgebracht und probierte mit Eltern und Kindern Finger- und Kniereiterspiele aus. " Hoppe hoppe Reiter ", ist wohl das bekannteste unter ihnen. " Sprechen und gleichzeitige Bewegung tragen zur Verknüpfung der Gehirnzellen bei ", erklärt Beate Koch. Die meisten Verknüpfungen der Nervenzellen untereinander bilden sich jedoch erst nach der Geburt. Jede Erfahrung, die ein Kind in den ersten 36 Monaten seines Lebens mache, sei prägend und trage zur Synapsenbildung bei.

" Rhythmische Sprachverse und Fingerspiele machen dem Kleinkind durch fortwährende Wiederholung Melodie und Text vertraut. " Bewegung, Musik und Sprache in Kombination würden alle Areale des Gehirns aktivieren und das Erlernen der Sprache unterstützen.