"Komm wir malen eine Sonne " war der Tag der Kinderrechte im Staßfurter Kaligarten gestern überschrieben. Anlass für die Aktion war der Internationale Kindertag. Tausende Kinder besuchten den gesamten Tag über die Stände, spielten, betätigten sich sportlich oder bastelten. Und sie informierten sich über ihre Rechte.

Staßfurt. Ein Dutzend Tauben stiegen gestern Morgen am Staßfurter Kaligarten unter dem Applaus von hunderten Kindern in den Himmel. Oberbürgermeister René Zok und Gleichstellungsbeauftragte Christine Fischmann ließen die Tiere, Symbole des Friedens, in dem Kinder der gesamten Welt aufwachsen sollten, steigen und eröffneten so das große Fest der Kinderrechte anlässlich des Kindertages. Er rückte zum wiederholten Mal die Rechte für Kinder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. " Ganz egal, ob Mädchen oder Junge, dunkle oder helle Hautfarbe, ob die Eltern arm oder reich sind und welche Sprache man spricht – Kinder haben Rechte. Kinderrechte sind Menschenrechte und sollen für alle gelten ", sagte der Staßfurter Stadtchef in seiner Ansprache. Er erinnerte an die Kinderrechtskonventionen, die 1989 fast alle Länder der Erde unterschrieben haben und die wichtige Rechte von Mädchen und Jungen bis 18 Jahre zusammenfassen. Die Stadt stehe voll hinter den Kinderrechtskonventionen und wolle das mit dem Kindertag zum Ausdruck bringen, in der Verbindung von Information, Spiel und Spaß. Für OB Zok auch ein bisschen Herzensangelegenheit. " Zum Fest der Kinderrechte wünsche ich den Mädchen und Jungen viele schöne Erlebnisse im Kaligarten. Denn frohe Kinder sind glückliche Kinder und die wünsche ich mir. "

Kinderrechte in das Grundgesetz

So gab es zahlreiche Aktionen, bei denen sich die kleinsten und kleinen Staßfurter tummeln konnten. Die freien und kommunalen Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit, Volkssolidarität, Vereine, Polizei, DRK und Feuerwehr, der Frauentreff Laura, die Puppenbühne Rabatz und die Bördebahn verwandelten die Stadtmitte in ein Kinderparadies, boten Spiel- und Kreativmeilen, Wettkampfstationen und Unterhaltung.

Mit dabei war auch die Staßfurter Urania mit ihrem Projekt Stern 2000. Der Bildungsträger initiierte anlässlich des Kindertags am 1. Juni eine besondere Aktion und nimmt damit eine Vorreiterrolle im Salzlandkreis ein. " Kinderrechte gehören in das Grundgesetz ", erklärt Karl-Heinz Klix von Stern 2000. Denn wenn diese Rechte nicht gesetzlich verankert seien, könnten sie auch nicht eingefordert werden. Deshalb hat die Urania in Zusammenarbeit mit Unicef, dem Kinderhilfswerk und dem Deutschen Kinderschutzbund eine Unterschriftenaktion gestartet, die eine Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz fordert. " So wird garantiert, dass Kinder zwar individuell aber gleichberechtigt aufwachsen und ausgebildet werden, als eigenständige Persönlichkeiten anerkannt sind und ihr Lebensstandard gesichert ist. "

Ein Anliegen, das auch Christine Fischmann, bisherige Stadtjugendpflegerin und jetzige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Staßfurt, als Hauptorganisatorin betont wissen will.

Für Rechte immer wieder eintreten

" Ein Tag wie der Kindertag bleibt wichtig, denn es geht nicht nur um das Feiern, sondern auch um das Bewusstmachen, dass vieles noch nicht so läuft wie es soll, dass es noch Probleme gibt. " Gleiche Chancen für alle Kinder sei kein Thema, dass in Entwicklungsländer oder auf andere Kontinente gehöre, sondern auch nach Europa und Deutschland und in der Stadt Staßfurt angesprochen werden müsse, so die Gleichstellungsbeauftragte. " Ich denke dabei an Kinder- und Familienarmut oder gleiche Bildungschancen, an die Versorgung der Mädchen und Jungen mit Essen. Auch in Staßfurt brauchen wir Tafeln, auch in der Stadt gibt es Diskussionen über Freitische. Hinzu kommt das Thema Gewalt gegen Kinder ", fasst Fischmann zusammen. Das alles, so die Gleichstellungsbeauftragte, seien Anzeichen dafür, wie wichtig ein starkes Eintreten für Kinderrechte und das offene Ansprechen von Problemlagen seien.

14 Jahre lang begleitete Christine Fischmann als Stadtjugendpflegerin auch den Kindertag in Staßfurt. Sie ist jetzt Gleichstellungsbeauftragte und freut sich auf die neuen Aufgaben mit vielen engagierten Mitstreitern. Nachfolgerin als Stadtjugendpflegerin ist seit Montag Nicole Netwall. Nach dem Feiertag zu Pfingsten hätte es für sie keinen schöneren Tag zum Auftakt in Staßfurter Berufsleben geben können.