Der Radweg zwischen Förderstedt und Üllnitz gehört zu den besten im Landkreis. Parallel zum Verlauf der Landstraße können die Fahrradfahrer gemütlich am Feldrand zwischen beiden Orten fahren. Gefährlich wird es am Ortseingang Förderstedt. Das Thema kam während einer Informationsveranstaltung für Bürger wieder zu Sprache. Im Staßfurter Ortsteil erwartet man Hilfe aus dem Bauministerium in Magdeburg.

Förderstedt. " Ich baue keinen Radweg, der ins Niemandsland führt ", meinte Dr. Karl-Heinz Daehre, sachsenanhaltischer Minister für Landesentwicklung und Verkehr, noch vor drei Jahren bei der Einweihung des Radweges zwischen Üllnitz nach Förderstedt. Sein Zitat gewann jetzt wieder besondere Aktualität bei einer Informationsveranstaltung zu den Straßenbaumaßnahmen in Förderstedt. Die teilnehmenden Bürger, Auskünfte von der Verwaltung erwartend, meinten, man müsse den Bauminister wieder an diesen Spruch erinnern. Denn der Radweg endet zwar nicht im Niemandsland, aber ziemlich gefährlich. Zumindest am Ortseingang Förderstedt. An der Gaststätte Landhaus führt die Spur die Radler direkt auf die Landstraße 63. Sie ist Zubringer zur Autobahn 14 und in die andere Richtung zur Bundestraße 71. In Förderstedt führt lediglich ein schmaler Fußweg weiter in den Ort. Die Radfahrer müssen die Landesstraße benutzen.

Immer wieder wiesen die Zuhörer während des Themenabends darauf hin, dass der Verkehrsbereich von Personen stark frequentiert sei. Es gibt oft Veranstaltungen im Landhaus mit viel Publikumsresonanz. In der Nähe bef ndet sich die Grundschule. Zwischen Üllnitz und Föderstedt liegt das Strandbad Albertinesee. Gerade jetzt im Sommer wird die Badeanstalt von Jung und Alt gleichermaßen besucht – angefahren wird der Albertinesee auch per Fahrrad.

Deshalb ist in Förderstedt wieder der Wunsch laut geworden, den Radweg an das Ortswegenetz anzuschließen und somit das Gefahrenpotenzial am Ortseingang in Förderstedt zu verringern. Man will Minister Daehre in die Pf icht nehmen, sein Versprechen auch in Förderstedt umzusetzen.

Als " nicht ideal " bezeichnet Michael Schanz die Anbindung des Radweges an den Ort. Er ist Leiter des Bereichs West im Landesbetrieb Bau. Die Behörde ist Baulastträger für Landesstraßen und damit auch für die Radwege verantwortlich. So ganz nachvollziehen kann Schanz aber die Kritik nicht. Er erinnert an frühere Absprachen. " Priorität hatte die Verbindung beider Orte mit einhergehender Verkehrsentf echtung auf der 100-Kilometerstunden-Strecke. " Sprich : die Trennung von Rad- und Fahrzeugverkehr. Wohl mit dem Hintergedanken, dass die Durchfahrten von Autos und Lastkraftwagen mit dem Ausbau der A 14 zunehmen.

Die damaligen Ortsvertreter und Verwaltungen, so Schanz, seien mit der Lösung einverstanden gewesen. Bis heute. " Bisher gab es keinen Druck aus Förderstedt. " Für den Landesbetrieb habe es deshalb auch keine Veranlassung, gegeben, sich mit dem Thema intensiv zu beschäftigen.

Schanz ist sich sicher, dass der Zustand verbessert werden könnte, sieht dafür aber bisher kaum Möglichkeiten. Denn die Priorität im Vergleich zu anderen Bauvorhaben für den Landesbetrieb sei nicht gegeben. Als schwierig könnte sich auch die Weiterführung des Radweges im Ort gestalten, so der Experte. Denn die sei mit Baurechtschaffung und Grundstückserwerb verbunden.