Vor rund 75 Öko-Landwirten demonstrierte die Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau in Bernburg gestern die maschinelle Unkrautbekämpfung. Dazu hatten die Bernburger Fachleute Experten aus dem Nachbarland Sachsen eingeladen. Sie präsentierten ihre neusten Forschungsergebnisse.

Bernburg. Die Unkrautbekämpfung ist das zentrale Thema für den ökologisch agierenden Landwirt. Ohne Chemie muss er die Unkräuter im Zaum halten, um den Ertrag seiner Nutzpf anzen zu sichern, erklärt Wernfried Koch von der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau.

Waren früher die Bauern mit der Hacke auf ihren Feldern unterwegs, ist heute die mühselige Handarbeit nicht mehr gefragt. Mit maschinellem Einsatz geht die Unkrautbekämpfung schneller und vor allem effektiver. In der landwirtschaftlichen Fachsprache heißen die Geräte dazu Striegel, erklärt er. Viele Metallstäbe bohren sich dazu in den Boden und sollen es dem Unkraut schwer machen, zur Konkurrenz der Nutzpf anzen heranzuwachsen.

Viele Bauern fürchten aber auch um die Nutzpf anzen, wenn sie mit dem Striegel über das Feld fahren, kennt Wernfried Koch die Bedenken der Bauern. Wissenschaftlich hat sich das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Feldversuchen mit dem Thema beschäftigt. Martin Hänsel vom dortigen Landesamt stellte den Landwirten die Ergebnisse der Untersuchung vor.

Dabei kam heraus, erklärte er im Hörsaal, dass die Nutzpfanzen viel besser auf den Striegel-Einsatz reagieren als landläufg vermutet. Um zu demonstrieren, wie robust Erbsen, Bohnen und Lupinen sind, schnitt er ihnen kurz nach dem Keimen die zarten Triebe ab, schilderte er die Versuchsreihen. Kurze Zeit später bildeten die Samenkörner neue Triebe aus. " Die Pfanzen sind viel robuster, als viele glauben ", unterstrich er das Untersuchungsergebnis.

In Testreihen hatten die Sächsischen Forscher ebenfalls untersucht, wie sich der regelmäßige Einsatz von Striegeln auf die Nutzpf anzen auswirkt. Dazu verglichen sie die Ernteergebnisse mit und ohne den Striegeleinsatz.

Auf den Versuchsfeldern vor der Bernburger Landesanstalt gab es anschließend den Praxistest. " Das ist sehr informativ ", befand Manfred Mangelsdorf aus dem Jerichower Land. Der Öko-Landwirt bearbeitet 15 Hektar im Raum Brandenburg. " Ich stehe vor der Situation, dass ich mir einen Striegel anschaffen muss und fnde den Vergleich der auf dem Markt erhältlichen Geräte sehr gut ", sagte er seine Meinung von der Veranstaltung. Mit den verschiedenen Modelltypen wurde immer nur einige Meter der Boden bearbeitet. Anschließend analysierte Martin Hänsel das Ergebnis vor den Augen der fachkundigen Landwirte eingehend. Neben der Funktionsweise der Geräte müssen die Landwirte aber auch die Bodenverhältnisse auf ihren Äckern kennen.

Für Gastgeber Wernfried Koch stellte die Veranstaltung gestern einen großen Erfolg dar. " In den Jahren zuvor hatten wir immer zwischen 20 und 30 Landwirte, die zu unseren Veranstaltungen gekommen sind ", schilderte er. Dass diesmal die doppelte Zahl von Bauern den Weg nach Bernburg fand, ist für ihn ein Beleg dafür, dass das Interesse der Landwirte an neuen Forschungsergebnissen wächst.

Rund fünf bis sechs Prozent der Landwirte in Sachsen-Anhalt haben sich der ökologischen Landwirtschaft ver schrieben. Damit liegt das Land im Durchschnitt der an deren Bundesländer, erklärte er. In Sachsen-Anhalt gibt es rund 450 Öko-Landwirte, die eine Fläche von rund 45 000 Hektar bestellen. Ohne den Einsatz von Chemie kommen sie dabei in der Landwirt schaft aus.