In verschiedenen Berufsfeldern bilden sich Jugendliche im Schloss Rathmannsdorf, getragen vom Beruf ichen Bildungs- und Rehabilitationszentrum ( BBRZ ), aus oder bereiten sich auf eine Ausbildung vor. Auch im Bereich Hauswirtschaft und Ernährung. Dazu absolvieren die jungen Männer und Frauen Praktika.

Rathmannsdorf ( dw ). Die echte Arbeitswelt weitab vom heimatlichen Kirchturm kennenzulernen und die Chancen auf dem dortigen Arbeitsmarkt zu erkunden, war das große Ziel des vierwöchigen Praktikums in Bayern. Sechs Auszubildende aus dem Beruf ichen Bildungs- und Rehabilitationszentrum ( BBRZ ) Rathmannsdorf aus dem Bereich Hauswirtschaft und Ernährung starteten mit einem Kleinbus, begleitet von einer Ausbilderin und einer Integrationspädagogin in das Praktikum. Eine lange Fahrt, fast bis nach Österreich, stand den Jugendlichen bevor. " Die nahmen wir aber in freudiger Erwartung auf das Neue gern in Kauf ", sagt Xenia Siebert, eine der BBRZ-Lehrlinge.

" Natürlich war es am Anfang nicht ganz einfach, aber wenn man etwas erreichen will, kann man so manches bewältigen. "

Für sie ging es nach Bad Wiessee am Tegernsee. Jenny Hottenrott probierte sich in einem Hotel in Nußdorf am Inn aus. " Unsere Praktikumsbetriebe waren sehr unterschiedlich, zum einen entsprechend unseres Ausbildungsberufes und zum anderen nach weiteren beruf ichen Möglichkeiten ausgesucht ", erklärt Xenia. " Ganz auf uns gestellt, mussten wir mit allen Dingen klar kommen und es ist uns super gelungen. " Immer wurde der Berufsnachwuchs in den Hotels gut aufgenommen, an die Anforderungen herangeführt und mit den Gegebenheiten der Hotelküche vertraut gemacht. " Natürlich war es am Anfang nicht ganz einfach, aber wenn man etwas erreichen will, kann man so manches bewältigen. " Außerdem hätten alle immer die Hilfe der Teams. Viel Unterstützung gab es auch von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen und ihrem Fachbereich " Hotel und Gaststätten ". Bei den Beiköchinnen besteht die Hoffnung, nach Ausbildungsabschluss im Sommer eine Arbeitsstelle in Bayern zu fnden. Hier liegt auch der inhaltliche Kern des Hineinschnupperns in die Arbeitswelten : Denn durchgeführt wird das Praktikum, mit viel Aufwand in der Vorbereitung und Umsetzung verbunden, um die Integrationschancen der jungen Frauen und Männer nach der Ausbildung zu verbessern und um ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen – Mobilität ist heute mehr denn je gefragt, deshalb geht es auch in ein anderes Bundesland.

" Wir hatten die

Möglichkeit viel

Neues dazu zu

lernen. "

Die Hauswirtschafter, alle im zweiten Ausbildungsjahr, sind ins Praktikum gefahren, um sich in verschiedenen Richtungen auszuprobieren. Janin Kahl und Ina Freisdorf wollten sehen, ob das Arbeiten in einem Hotel im Bereich Küche oder Housekeeping etwas für sie ist. Diese Möglichkeit bekamen sie in einem Hotel in Ruhpolding. Zu diesem Hotel besteht schon seit längerer Zeit eine Verbindung und so hatten bereits andere Azubis die Möglichkeit, dort ein überregionales Praktikum zu machen. " Auch uns hat es sehr gut gefallen, die anfallenden Tätigkeiten in den Bereichen waren uns zum Teil bekannt, wir hatten aber die Möglichkeit viel Neues dazu zu lernen. Das geforderte Arbeitstempo war schon eine echte Herausforderung, aber mit Anstrengungsbereitschaft und Freude an der Arbeit ist es uns gelungen, den Ansprüchen zu genügen. Zum Ende des Praktikums bekamen wir auch die Bestätigung für unseren Einsatz in Form einer tollen Einschätzung und Anerkennung unserer geleisteten Arbeit ", sagt Janin Kahl.

Stefanie Melzer und Daniel Strobach möchten nach ihrer Ausbildung in die Richtung Altenpfege gehen. Sie konnten ein Praktikum im Altenpf egeheim in Traunstein, mit dem ebenfalls ein fester Kontakt zum BBRZ besteht, absolvieren. Daniel Strobach erzählt, wie es war : " Unser Einsatz wurde durch die Pf egedienstleiterin in unterschiedlichen Stationen geplant. So war jeder auf sich gestellt und gezwungen, sich schnell in das neue Team zu integrieren, um Hand in Hand arbeiten zu können. Uns ist es beiden gut gelungen und wir waren eine echte Hilfe bei pf egerischen Diensten. Wir konnten uns gut auf die Bef ndlichkeiten und Bedürfnisse der Heimbewohner einstellen und fanden einen guten Kontakt zu den älteren Menschen. "

Die Arbeit der jungen Menschen aus dem Salzlandkreis überzeugte auch vor Ort. In ihren Praktikumseinschättzungen bekamen Daniel und Stefanie die Empfehlung für die berufiche Richtung ausgesprochen. Und wäre Daniel schon mit seiner Ausbildung fertig, hätte er sofort anfangen können. " Aber immer eins nach dem anderen. Es ist aber schon ein gutes Gefühl dieses Angebot zu erhalten. "

" Eins steht für uns alle fest, es war ein

gutes Praktikum

und für die persönliche Entwicklung

sehr wichtig. "

Für die Jugendlichen waren die Praktika in Bayern mit vielen Erfahrungen verbunden. Nicht nur im beruf ichen Bereich, auch für sich selbst konnte jeder etwas mitnehmen. " Eins steht für uns alle fest, es war ein gutes Praktikum und für die persönliche Entwicklung sehr wichtig. Man konnte sich beweisen, Neues lernen. Dazu gehörte auch, mit der Mentalität der Menschen klarzukommen und vor allem die Sprache zu verstehen. "

Mit vielen positiven Eindrücken und Erfahrungen, die den Jugendlichen im weiteren Verlauf ihrer Ausbildung noch helfen werden, ging es nach Rathmannsdorf zurück – ein bisschen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn der Spaß kam bei all dem Lernen nicht zu kurz. In den Ausbildungsteams im Schloss konnten die Jugendlichen noch viel von ihren interessanten Arbeitstagen berichten. Und alle können das Praktikum mit dem " Blick über den Tellerrand " weiter empfehlen.