Gut 200 Seiten umfasst der Klavierauszug. Das ist ordentlich Material für einen musikalischen Laien. Und Laien sind die meisten der über 120 Sängerinnen und Sänger aus dem Kirchenkreis Egeln, die am 20. Juni, zum Abschluss der Reihe " Klänge im Raum ", das anspruchsvolle Oratorium " Elias " aufführen : Besuch einer Probe und eines Einführungsabends.

Schönebeck. " Rhabarber, Rhabarber. " Groß war das Stimmengewirr im Gemeindezentrum der Schönebecker Jakobi Kirche während der Kaffeepausefüreinungewöhnliches Chorprojekt : Die Kantorin Beate Besser probt derzeit mit mehr als 120 Sängerinnen und Sängern ein anspruchsvolles Oratorium ein. Geschrieben hat es Felix Mendelssohn-Bartholdy. Sein für ein Musikfestival in Birmingham verfasster " Elias " gehört zu den herausragenden Kompositionen des 19. Jahrhunderts.

Um den " Elias " mit Würde und Kraft auf die Bühne zu bekommen, haben sich vier Kirchenchöre aus Schönebeck, Altenweddingen, Bernburg und Calbe zu einem großen Ensemble zusammengeschlossen, unterstützt wird es zudem von weiteren Sängern aus Aschersleben, Staßfurt, Magdeburg und sogar Rostock. " Wir haben im Januar mit den Proben angefangen ", so Beate Besser. Zum Abschluss der Musikreihe " Klänge im Raum " wird der " Elias " am Sonnabend, dem 20. Juni, in der St. Jakobi Kirche erklingen, Mitwirkende sind zudem vier Solisten, der Kammerchor " musica beata " und die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie ..

" Es ist ein Werk, in dem der Chor ständig gefordert ist ", erläutert Beate Besser. Für sie bedeutet das Einstudieren viel Arbeit und zeitlichen Aufwand, was freilich auch für die Sänger gilt. Doch wer eine Probe miterlebt, spürt die Freude und Begeisterung, die alle Beteiligten – neben Kaffee und Kuchen für die Pause – mitbringen. " Zum Glück greift uns der Kirchenkreis Egeln unterstützend unter die Arme ", verweist die rührige Kirchenmusikerin auf das Wohlwollen von Seiten der Kirchenleitung im Salzlandkreis. Ihr Anliegen ist es, einmal im Jahr ein musikalisches Projekt dieser Brillanz zu verwirklichen. Abgeschreckt vom kompositorisch anspruchsvollen Werk des mit 38 Jahren verstorbenen Mendelssohn-Bartholdy sollte sich aber niemand fühlen, betont Beate Besser. Auch wenn sich der Eindruck während der Proben nicht vermittle : beim Hören sei der " Elias " sehr eingängig, sagt sie.

Am Montag hatte Beate Besser die geneigte Öffentlichkeit zu einem " Einführungsabend " in das Gemeindezentrum eingeladen. In gut zwei Stunden gab sie Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Oratoriums und stellte anhand von Hörbeispielen Handlung und Aufbau der Komposition vor. Inhalt des 1846 erstmals aufgeführten Werkes ist die der Bibel entnommene Geschichte des Propheten Elias, der von Gott immer wieder aufgefordert wird, den Menschen die Nähe und Liebe des Göttlichen zu verkünden. Im Text, geschrieben vom Dessauer Pfarrer Julius Schubring, heißt es in starken Worten unter anderem : " Und der Prophet Elias brach hervor wie ein Feuer, und sein Wort brannte wie eine Fackel. " Doch seine Zuhörer, erzählt die Geschichte weiter, waren sehr wankelmütig, immer wieder fielen sie vom Glauben an den einen, den wahren Gott ab und verehrten stattdessen Götzenbilder. Irgendwann warf der Prophet entmutigt das Handtuch. Besucher des Oratoriums dürfen sich auf eine wuchtige, dramatische, stellenweise zartklingende Musik freuen.

Der Eintritt kostet zehn, ermäßigt acht Euro. Karten gibt es bei der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie unter der Telefonnummer ( 03 92 8 ) 40 04 29. Eine zweite Aufführung erklingt am 21. Juni in der Staßfurter Petrikirche, Beginn ist 16 Uhr. Karten gibt es im Gemeindebüro der St. Johannis Salzelmen, Telefon ( 03 92 8 ) 69 34 0 und direkt vor Ort.. Juni, teilte Zok mit.