Zweimal die Traumnote 1,0

  • Träger der Dr .-Adolph-Frank-Plakette 2009 ist Marcus Schulze. Weil er mit 795 von 840 möglichen Punkten ein Abschlusszeugnis mit 1,0 schaffte. Und – " Zielstrebig, gewissenhaft, neugierig, kritisch, auch zu sich selbst ", beschrieb Laudatorin Silvana Kuse den Staßfurter, der Sportjournalist werden will.
  • Ebenfalls mit einer glatten 1,0 legte Dana Krause ein sagenhaftes Abitur ab. Die Amesdorferin Dana Krause will Pharmazie studieren.
  • Ein Abitur von 1,1 ist natürlich auch bemerkenswert, fand Schulleiter Steffen Schmidt und hob diese Leistung von Wienke Fleischer und Miriam Wiegel ebenso hervor

  • 52 junge Männer und Frauen erhielten am Sonnabend die Ergebnisse einer harten aber sicher auch schönen Zeit am Staßfurter Dr.-Frank-Gymnasium. Schulleiter Steffen Schmidt forderte die erfolgreichen Abiturienten auf, bei der Suche ihres Platzes in der Gesellschaft nicht nur an die Karriere zu denken, sondern stets auch das Gemeinwohl im Blick zu behalten und im Alltag Zivilcourage zu zeigen.

    Staßfurt. " Das Abitur zu machen, ist schon nicht ohne ", bekennt Magdalena Jäger, nachdem sie ihr Abschlusszeugnis in den Händen hält, " Ich musste viel lernen. " Mit " dem wohl wichtigsten Zeugnis im Leben ", wie es ihre Mitschülerin Maria Geipel in den Dankesworten an Lehrerschaft und Eltern ausdrückte, will sich Magdalena nun in Braunschweig um ein Studium der Erziehungswissenschaften bewerben, dann vielleicht als Psychologin oder Familienberaterin ihren Platz finden. Wie bei der Neundorferin stand bei den meisten der 52 Abiturienten Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Hier und da entdeckte man ( Freuden- ) Tränen und aufgeregt unruhige Hände, als die jungen Leute auf die Bühne gebeten wurden.

    Es war kein leichter Weg bis zur Zeugnisübergabe. Das zeigt allein die Zahl, mit der der Abiturjahrgang 2009 vor sechs Jahren startete : mit 120 Schülerinnen und Schülern. " Schule ist eine Sozialisations-Instanz, die bildet und erzieht, die aber auch Leistung misst und bewertet ", erklärte Schulleiter Steffen Schmidt im Saal des Salzlandcenters. In den letzten vier Kurshalbjahren habe jeder Schüler in zehn Fächern jeweils vier Klausuren geschrieben, in Sport zwei. Also 42, wie der Mathelehrer ausgerechnet hatte. " Schule ist aber zum Glück mehr als Zeugnisse und Notenpunkte ", meinte Schmidt weiter. Er nannte den Sieg der Schulstaffel beim Mitteldeutschen Marathon, Aufführungen des Schülertheaters, Weihnachtskonzerte und Schulfeste, bei denen Schüler dieses Jahrgangs mit Engagement und Freude beteiligt waren.

    " Ihre Eltern waren wahrscheinlich manches Mal verzweifelter als Sie selbst "

    Schmidt verdeutlichte aber auch, dass der Erfolg der Schüler auch der ihrer Lehrer und Eltern sei. " Ihre Eltern waren und sind immer für Sie da, haben gelobt, getröstet und waren wahrscheinlich manches Mal verzweifelter über eine schlechte Zensur als Sie selbst. " Wichtiger als der materielle Rahmen, als Kost und Logis, seien die Liebe und Geborgenheit, die die Schüler erfahren durften und die ihnen auch erhalten bleiben würden, " denn für Ihre Eltern bleiben Sie ein Stück weit immer Kind. " Er bedankte sich auch bei den stolzen Eltern für die übernommene Verantwortung für Bildung und Erziehung und setzte seine Dankesworte an die Lehrer gerichtet fort. So hätten die Abiturienten Lehrer erleben dürfen, die für ihr Fach brennen und diesen Funken auch überspringen lassen können.

    Schließlich wünschte Steffen Schmidt den nun entlassenen ehemaligen Schülern, " dass jeder den Platz in unserer Gesellschaft finden wird, an dem er sich Achtung und Anerkennung verdient. " Er hoffe und erwarte, dass dieser Platz mehr sein werde, als ein sicheres Plätzchen, sondern der Ausgangspunkt, " von dem aus Sie die Welt bewegen wollen. " Der Redner forderte : " Arbeiten Sie nicht nur an Ihrer Karriere ... Behalten Sie stets das Gemeinwohl im Blick, zeigen Sie im Alltag Zivilcourage. "

    " Er hat vom ersten Schultag an zielstrebig und gewissenhaft gearbeitet "

    Schließlich hob er die besten Leistungen des Abiturjahrgangs 2009 hervor. Das punktbeste Abitur von Marcus Schulze mit 795 Punkten von 840 möglichen, das einen Zensurendurchschnitt von 1,0 bedeutet. Der Staßfurter wird erstmal ein freiwilliges soziales Jahr am Berufsförderungswerk Sachsen-Anhalt antreten, bevor er sein Ziel, Sportjournalist zu werden, weiter verfolgt. Ebenfalls mit 1, 0 legte Dana Krause ein makelloses Abitur ab. Die Amesdorferin will Pharmazie studieren. " Das ist schon was Besonderes, zweimal 1, 0 in einem Jahrgang ", freute sich der Schulleiter auch nach der Festveranstaltung noch immer.

    Spannend wurde es nochmal, als Silvana Kuse vom Förderverein des Dr.-Frank-Gymnasiums zur Laudatio für den Träger der Dr.-Adolph-Frank-Plakette 2009 anhob. Den Preisträger auszuwählen, sei in diesem Jahr etwas schwierig gewesen. Immer den Blick auf die schulischen Leistungen, wurden auch sportliche, künstlerische oder journalistische Aktivitäten bewertet. Ein Abiturient und eine Abiturientin seien schließlich in die engere Wahl gekommen. " Er hat vom ersten Schultag an zielstrebig und gewissenhaft gearbeitet ", sagte sie, noch immer geheimnisvoll, " Er zeigte stets Neugier, war kritisch, auch zu sich selbst, sowie seinen Lehrern und Mitschülern gegenüber. " Zielstrebig habe er seinen Berufswunsch verfolgt. Als sie " Sportjournalist " erwähnte, war für die Mitschüler die " Katze aus dem Sack ". Schülerzeitung, das Volksstimme-Projekt " Schüler machen Zeitung " und Stadionsprecher beim Benefizlauf der Schule " Run for live " waren auch entscheidende Engagements, die Marcus Schulze zum Preisträger der Dr .-Adolph-Frank-Plakette machten.

    Den gemütlichen Teil des Abiballs, der am Abend folgte, leiteten quasi Maria Geipel und Kai Trippmacher schon mit ihrer frischen Dankesrede ein. Mit " Abi-Vegas 09 – wir pokern um jeden Punkt " wählten sie das Motto des letzten Schultags als roten Faden für ihre Rede. Und so bedauerten sie auch, dass sich ein Teil der anfangs 120 Mitschüler eben wohl zu sehr auf das Glück verlassen hatte. Ihren erfolgreichen Altersgenossen gaben sie mit auf den Weg, den " gewonnenen Jackpot " nicht gleich wieder zu verspielen. 6. Lokalseite