Staßfurt ( dw ). Wie schnell steht ein Fahrzeug nach einer Vollbremsung bei 50 Stundenkilometern ? Wo ist der gefährlichste Platz im Auto ? Was passiert, wenn die Insassen bei einer Vollbremsung nicht angeschnallt sind ? Fragen, die für die elf- und zwölfjährigen Schüler aus den fünften Klassen des Dr.-Frank-Gymnasiums im Alltag noch keine so große Rolle spielen, sind sie doch lange noch keine Autofahrer. Fragen, mit denen sich aber dennoch, als Beifahrer, gestern im Unterricht beschäftigten. Und das ganz praktisch bei der Aktion " Achtung Auto ". Zusammen mit Ina Bühring vom ADAC Niedersachsen / Sachsen-Anhalt hatten die Schülerinnen und Schüler in zwei Stunden Gelegenheit, reale Verkehrssituationen handlungsorientiert zu erleben. " Die Kinder lernen vor allem durch praktische Übungen und Demonstrationen ", erklärt Ina Bühring. " Die Mädchen und Jungen erleben so den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit, Reaktionszeit und Bremsweg, auch in Abhängigkeit von verschiedenen Fahrbahnzuständen, und können so den Anhalteweg von Fußgängern und Fahrzeugen besser einschätzen ", so die ADAC-Moderatorin. Sie selbst sitzt hinterm Steuer eines Autos, immer mit drei Schülern an Bord, bremst einmal voll bei 50 und einmal bei 30 Stundenkilometern. Für den Versuch ist extra die Straße hinter dem Schulgebäude gesperrt. Und die Anwohner wundern sich über die quietschenden Reifen, schauen zuerst erschrocken aus den Fenstern, ist es doch hier sonst eher ruhig. " Als Mitfahrer im Aktionsauto lernen die Kinder bei einer Vollbremsung die lebensrettende Bedeutung der ordnungsgemäßen Sicherung im Fahrzeug kennen. " Plötzlich wissen Tim und Co. wie wichtig der sonst vielleicht lästige Gurt ist. Gefährlich im Auto bei einer starken Bremsung ist übrigens der Mittelplatz auf der Rückbank. Oft fehlen hier ein Dreipunktgurt oder eine Kopfstütze, die bei einem Unfall den Körper des Insassen stabilisieren und ihn so vor Brüchen oder lebensgefährlichen Verletzungen schützen. Die, und das wissen die Schüler jetzt auch, kommen nicht nur bei hohen Geschwindigkeiten vor.

" Achtung Auto " trägt dazu bei, Schülerinnen und Schülern, kritische Situationen im alltäglichen Straßenverkehr zu verdeutlichen, Unfallgefahren zu erkennen und durch vorausschauendes Handeln richtig zu reagieren. Pro Jahr nehmen über 100 000 Mädchen und Jungen an den Aktionstagen teil. In den Unterricht des Staßfurter Gymnasiums passt die Aktion gut. Denn die fünften Klassen haben laut Lehrplan eine umfangreiche Verkehrserziehung und setzen sich in diesem Zusammenhang mit verschiedenen Themen rund um den Straßenverkehr auseinander.