Hecklingen ( nme ). Am 24. Juni stimmt der Kreistag bei einer Sondersitzung darüber ab, ob der Einzugsbereich des Gymnasiums Egeln um den Ort Hecklingen erweitert wird. Auch der Kultur- und Schulausschuss gibt sein Votum dazu im Vorfeld ab. Dann entscheidet sich, ob angehende Gymnasiasten aus Hecklingen nach den Sommerferien in die rund 16 Kilometer entfernte Oberschule Egeln gehen oder ab dem 6. August die fünfte Klasse wie geplant am Dr.-Frank-Gymnasium im benachbarten Staßfurt absolvieren können.

Der Bestand des Egelner Gymnasiums ist gefährdet. Es erreicht in diesem Jahr nicht die geforderte bereits mit Sondergenehmigung mögliche geringere Mindestschülerzahl von 50 Kindern. Nur 36 Anmeldungen liegen vor. Mit der kurzfristigen Erweiterung des Schuleinzugbereichs würden laut Schullaufbahnempfehlungen elf Kinder aus Hecklingen dazu kommen.

Mütter und Väter aus Hecklingen, deren Kinder ab dem kommenden Schuljahr in Staßfurt auf das Gymnasium gehen sollen, wurden vom Bürgermeister der Stadt Hecklingen Hans-Rüdiger Kosche ( CDU ) eingeladen. Sie nehmen in dieser Woche an einer Gesprächsrunde im Rathaus teil. Darüber informierte Kosche den Stadtrat bei seiner jüngsten Beratung in Hecklingen.

Zudem machte der Rathauschef darauf aufmerksam, dass die Mindestschülerzahl in Egeln auch mit Hecklingen nicht erreicht werde und kritisierte den Zeitpunkt der Beschlussfassung als zu kurzfristig vor den Ferien.

Hecklingen war Anfang Juni vom Kreis aufgefordert worden, eine Stellungnahme zur geplanten Erweiterung des Schuleinzugbereichs abzugeben. Der Rat hatte dies bei einer Sondersitzung aber mehrheitlich abgelehnt. Die Mitglieder fühlten sich von der Landkreisverwaltung unter Druck gesetzt. Mit ihrer Stimme gegen die Erweiterung sei den Kindern in den anderen drei Ortsteilen der Stadt nicht geholfen, hieß es damals. Denn Schüler aus Groß Börnecke, Schneidlingen und Cochstedt gehen bereits in Egeln zur Schule. Wenn der Standort wegfiele, müssten sie den weiteren Schulweg nach Staßfurt in Kauf nehmen.

Dass der Hecklinger Stadtrat keine Stellungnahme abgegeben hat, kritisierte Horst Braunisch ( FDP ). Er war dafür gewesen, eine Richtung vorzugeben. Keine Meinung anzugeben, sei vom Kreis falsch gewertet worden. Man nehme jetzt an, dass Hecklingen einer Erweiterung des Schuleinzugbereichs nach Egeln zustimmt, befürchtet Braunisch eine Fehlinterpretation.

Stadträtin Ethel-Maria Muschalle-Höllbach ( Wählergemeinschaft Hecklingen ) machte darauf aufmerksam, dass Kinder in Groß Börnecke bereits vor der Aufforderung der Kommune zur Stellungnahme vom Kreis angeschrieben wurden. " Man hat sie schon vor der Entscheidung des Rates aufgefordert, sich am Gymnasium in Staßfurt zu bewerben ", moniert die Stadträtin.

In der Einwohnerfragestunde sprach Christine Kern an, dass möglicherweise gar nicht alle elf Kinder aus Hecklingen den Schullaufbahnempfehlungen folgen. Sie wisse, dass eine Schülerin sich kurzfristig doch für die Sekundarschule entschieden hat, so die Hecklingerin.