Morgen und übermorgen nden sie statt, die Aufführungen des " Elias " in Schönebeck und Staßfurt. Längst ist für Probsteikantorin Beate Besser, die die Konzerte leiten wird, die heiße Phase angelaufen. Die Volksstimme sprach mit der 46-J ährigen über ihre persönliche Vorbereitung. Neben Kammerchor, Chor und Orchester zeigt sich auch die Solistenriege sehr gut besetzt.

Schönebeck. Eines steht fest : Fast 120 Sänger und ein Orchester unter einen Hut zu bringen, ist ein schwieriges Unternehmen. Und doch, so ist Kantorin Beate Besser zuversichtlich, wird das Publikum in Schönebeck und Staßfurt am Wochenende mit dem " Elias " von Felix Mendelssohn-Bartholdy einen kulturellen Hochgenuss erleben können.

Die Stunden, die für die Vorbereitung nötig waren, lassen sich kaum noch zählen und gerade jetzt in der laufenden Woche, kurz vor der Aufführung, ist die agile Kantorin noch einmal richtig gefordert. " Mein Tag beginnt mit vielen Telefonaten und natürlich auch EMails ", erklärt Beate Besser.

Ein ausdrückliches Dankeschön richtet sie an Susan Koch, die ihr fast die gesamte Organisation abnahm, und damit wesentlich dafür gesorgt hat, dass die Kantorin nicht den ganzen Tag am Telefon sitzen musste, sondern sich viel mehr um die Musik kümmern konnte. " Zwei bis drei Stunden brauche ich schon jeden Tag, um die Partitur zu lernen ", führt die Kantorin aus, die beide Konzerte dirigieren wird.

Allein der Klavierauszug des monumentalen Werkes ist gut 200 Seiten dick und hinter jeder dieser Seiten warten Musiker auf ihren Einsatz, schauen die Chorsänger genau auf jeden Wink ihrer Kantorin und die Solisten auf den rechten Takt.

Recht eng ist in dieser Woche vor allem der Probenplan. Kirchenchor, Orchesterprobe und schließlich die Generalprobe am Sonnabend stehen an. " Wenn ich drei Stunden proben möchte, brauche ich auch fast zwei Stunden Vorbereitung ", weiß Beate Besser. Dabei geht es nicht nur um die Stücke und ihre Reihenfolge in der Probe : " Ich muss immer im Blick haben, was ich erreichen will und was nicht geht. Darüberhinaus müssen die einzelnen Proben natürlich ein Gesamtkonzept ergeben. "

Wie es dann trotz penibler Vorbereitung in der Probe wirklich läuft, steht noch einmal auf einem anderen Blatt. Kurzfristig zu reagieren – für die langjährige Kantorin mittlerweile kein Problem mehr. Sehr froh ist sie übrigens, dass die Solisten alle bereits heute bei der Chor- und Orchesterprobe dabei sein wollen und nicht, wie eigentlich üblich, erst zur Generalprobe, was noch einmal etwas Spielraum gibt.

Liegen die großen Proben vor allem abends und organisatorische Telefonate am Vormittag, muss sich Beate Besser am Nachmittag noch Zeit für die allwöchentlichen Veranstaltungen wie Musikunterricht oder ihre Flötengruppe freihalten, die natürlich nicht ausfallen können. So ist sie auch in den verbleibenden Stunden wieder unterwegs, ehe sie abends endlich zu Hause ankommt und etwas Zeit für sich hat. " Erholung ist wichtig. Ich helfe ja niemanden, wenn ich völlig abgekämpft auf dem Podest stehe ", weiß die Musikerin, die jedoch gesteht : " Ja, mir fällt auch nachts immer wieder etwas ein. "

Lebensläufe lesen

sich wie Gedichte

Und so bestimmt der " Elias " derzeit eine ganze Menge im Leben von Beate Besser, der man deutlich anmerkt, dass sie die Arbeit gern macht und sich gemeinsam mit den vielen Akteuren dem bedeutenden Werk Mendelssohn-Bartholdys stellt. Und dennoch bleibt gewiss immer ein Funken Aufregung, bis die Kantorin am Sonntag in der Staßfurter Petrikirche den Taktstock senkt und der letzte Ton verklungen ist.

Sophia Maeno, Mechthild Seitz und Sebastian Bluth sind gute Bekannte auf Schönebecker Kirchenboden, haben sie doch bereits im vergangenen Jahr bei der hervorragenden Aufführung von Johann Sebastian Bachs " Matthäus-Passion " mitgewirkt. Als vierter Solist kommt der Tenor Fritz Feilhaber erstmals dazu. Erneut ist es Kantorin Beate Besser gelungen, international angesehene und erfolgreiche Solisten in den Salzlandkreis zu holen und so eine Besetzung vorzustellen, die ihresgleichen in der Region sucht.

Die Titelrolle des " Elias " wird der Berliner Bass-Bariton Sebastian Bluth übernehmen. Für Kenner der klassischen Musiklandschaft liest sich der Lebenslauf des Konzertsängers wie ein Gedicht. Er lernte unter anderem bei Peter Schreier und Elisabeth Schwarzkopf, arbeitete mit bekannten Musikern wie Dietrich Fischer-Dieskau oder Ludwig Güttler zusammen und unternahm im Rahmen seiner intensiven Konzerttätigkeit Reisen durch die ganze Welt.

Begleitet wurde Sebastian Bluth dabei von nicht weniger bekannten Ensembles, so zum Beispiel dem Thomanerchor Leipzig, dem Dresdener Kreuzchor oder der Staatskapelle Dresden. Die Rolle des " Elias " passt da sehr gut in sein breites Repertoire, das von der Barock bis zu zeitgenössischer Musik reicht.

Die Jüngste in der Solistenriege ist die 25-jährige Sophia Maeno. Die gebürtige Schwerinerin erhielt eine fundierte Ausbildung am Konservatorium ihrer mecklenburgischen Heimatstadt und war bereits frühzeitig beim Wettbewerb " Jugend musiziert " bundesweit erfolgreich. Ihr Gesangsstudium führte die Sopranistin nach Dresden, Rom und Karlsruhe und schließlich seit drei Jahren zum Vokalensemble Rastatt. Mit zahlreichen Liederabenden und Konzerte war die in Karlsruhe lebende Sopranistein in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich.

Zu den bedeutendsten Altistinnen Deutschlands zählt die Kasselerin Mechthild Seitz, die im Rahmen ihrer regen Konzerttätigkeit schon mehrfach in der Region zu Gast war. Neben Konzerten, Rundfunk- und CD-Aufnahmen ist Mechthild Seitz, die 1992 den Kulturförderpreis der Stadt Kassel erhielt, als Gesangspädagogin und Stimmbildnerin tätig und arbeitete mit bekannten zeitgenössischen Komponisten wie Hans-Ola Ericsson, Daniel Glaus oder Marck Kopelent zusammen.

Den Tenor übernimmt in diesem Jahr Fritz Feilhaber. Der Weimarer bekam seine erste musikalische Ausbildung im Kreuzchor Dresden und arbeitete im Folgenden in weiteren hochkarätigen Ensembles mit. 2002 bekam Fritz Feilhaber, der seit 2001 in Leipzig Theaterdramaturgie und Gesang studiert, mit dem Vocalquintett " Vocal Essence " ein Stipendium des Deutschen Musikrates. Darüberhinaus studiert der Tenor seit 2006 am " Conservatorio Statale di Musica " im italienischen Florenz. Auftritte als Konzert- und Oratoriensänger führten den 30-J ährigen bereits nach Italien, Japan und in die USA, aber auch zum Leipziger Bachfest und den Mendelssohnfesttagen ist er gefragt.