Der Schönebecker Abrissunternehmer Siegward Geistlinger droht potenziellen Einbrechern auf seinem Schönebecker Firmengelände mit Stromschlägen und Selbstschussanlagen. Anders, meint er, könne er sein Gelände nicht mehr vor Einbrechern schützen.

Schönebeck. " In den vergangenen eineinhalb Jahren habe ich auf meinem Firmengelände in Magdeburg und Schönebeck 121 Einbrüche gehabt ", sagt der 66-jährige Unternehmer. Der Schaden gehe mittlerweile in die Million, erklärt er weiter. Immer wieder kamen die Einbrecher nachts und nahmen mit, was nicht niet- und nagelfest gewesen sei. " Nagelneue Maschinen verschwanden ", beschreibt er. Die Polizei sei machtlos gegen die Einbrecher, zeigt sich Siegward Geistlinger resigniert.

Auf seinem Schönebecker Firmengelände schlugen Einbrecher zehnmal in eineinhalb Jahren zu. Eine Werkstatt und ein Lager sind im Streckenweg untergebracht. Vor zwei Wochen, schildert er, seien Diebe zum vorerst letzten Mal auf seinem Schönebecker Betriebsgelände gewesen. Mitunter taucht Diebesgut auch wieder auf. Ein gestohlener Bagger sei in Belgien entdeckt worden, erzählt er.

Da die Polizei seiner Meinung nach personell ausgedünnt ist und somit den Schutz nicht übernehmen könne, hat der Unternehmer Schilder anfertigen lassen. " Achtung ! Lebensgefahr ! Wegen den vielen Einbrüchen ist das Grundstück mit Strom und Selbstschussanlagen gesichert !", heißt es auf den rot-weißen Warntafeln am stählernen Zaun des rund zwei Hektar großen Geländes. Auf die Idee zu den Schildern sei er gekommen, als er wieder einmal in ein anderes Land reiste. " An vielen Grenzen wird geschossen ", sagt er dazu. Wer über den Grenzzaun steige, wisse, das dies mit einem Risiko verbunden ist.

Die Aktion rief bereits die Polizei auf den Plan, bestätigt Polizeikommissarin Katja Loichen-Kurth vom Polizeirevier Bernburg. " Der Leiter des Kriminaldienstes Schönebeck war vor Ort ", erklärt sie. Außerdem habe die Polizeidirektion Magdeburg eine Prüfung des Warntextes durchgeführt. Zu beanstanden hatten die Beamten daran nichts, erklärt die Polizeikommissarin.

" Die Polizei wollte das Gelände nach Selbstschussanlagen umbuddeln ", schüttelt Siegward Geistlinger den Kopf. Man hätte es dann aber wegen der fehlenden Notwendigkeit gelassen. Für Geistlinger stellen die Schilder eher eine Warnung dar. " Wer reingeht, muss damit rechnen, dass etwas passiert ", sagt er bedeutungsvoll.

Eine Versicherung für sein Unternehmen kann sich der Unternehmer längst nicht mehr leisten. " Die Police wäre viel zu teuer ", stöhnt er. Er sei vor allem bemüht, für seine 20 Mitarbeiter ausreichend Arbeit zu haben. Das sei schon schwierig genug. Alle Behörden wollten nur Geld haben, meint er.

Einen Rat hat er noch für Innenminister Holger Hövelmann ( SPD ). Der Innenminister solle mehr Geld in die Polizei investieren, damit mehr Beamte auf der Straße seien, rät er dringend. Schließlich sei nicht nur er betroffen, sondern auch die anderen Unternehmen in der Nachbarschaft.