Einen Wettbewerb, bei dem am Ende eine köstliche Kartoffelsuppe das Ergebnis ausmacht, fndet man nicht alle Tage. Im Berufichen Bildungs- und Rehabilitationszentrum ( BBRZ ) im Schloss Rathmannsdorf gab es gestern diesen Leistungsvergleich von Jugendlichen, die in den wohnortnahen beruf ichen Rehabilitationseinrichtungen in Sachsen-Anhalt und Thüringen zu Hauswirtschaftlern ausgebildet werden.

Rathmannsdorf. Emsiges Treiben in der großen Lehrküche des Rathmannsdorfer Schlosses. Junge Fauen und Männer, immer zu zweit in einer Gruppe, schälten Kartoffeln und Zwiebeln, puttzen Porre und setzten Brühe auf. Jeder Schritt war wohlüberlegt. Das sollte auch so sein, denn alles was die Auszubildenden im Fach Hauswirtschaft / Hauswirtschaftshilfe in der Küche taten, damit sie nach gut einer Stunde eine Kartoffelsuppe servieren konnten, wurde von einer Jury bewertet. Die Lehrlinge stellten sich einem Leistungsvergleich. Sie alle werden in Einrichtungen der Wohnortnahnen Beruflichen Rehabilitation ausgebildet, die sich im Landesverband Sachsen-Anhalt / Thüringen zusammengeschlossen haben. So war das BBRZ im Rathmannsdorfer Schloss Gastgeber für elf Gruppen. Die Auszubildenden kamen aus Saalfeld, Erfurt, Zella-Mehlis, Wittenberg, Dessau, Wernigerode, Magdeburg oder aus dem BBRZ. Immer zwei von ihnen kochten, ein weiterer Lehrling hielt vor einer Kommission einen Vortrag. Der Tag stand unter dem Motto " Alles rund um die Kartoffel ". " Beim Referat wurden der Inhalt, das freie Sprechen aber auch die Darstellung mit Hilfe moderner Medien bewertet ", erklärt Christine Heilemann, Mitarbeiterin im BBRZ. In der Küche dagegen schauten die Wertungsrichter auf Ordnung und Organisation des Arbeitsplatzes, auf die Berücksichtigung von Hygiene und Sicherheit, auf Arbeitstechniken und -abläufe. " Bewertet wurde aber auch der Geschmack der Suppe ", erklärt Heilemann. Die Rezepte waren vorgegeben, alle arbeiteten unter gleichen Bedingungen. Die Jury bestand aus Fachlehrern und Prüfern der verschiedenen Einrichtungen.

Leistungsschau und

Erfahrungsaustausch

" Ein solcher Wettbewerb dient der Leistungsfeststellung und dem Erfahrungsaustausch ", erklärt Ehrentraut Schobacher, Vorsitzende des Arbeitskreises Hauswirtschaft innerhalb des Landesverbandes der Rehaeinrichtungen in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Jugendlichen würden mit den Dingen konfrontiert, die ihnen auch im Arbeitsalltag begegnen. Sie müssten bewusst, gelassen und sicher arbeiten. Eine Herausforderung war dabei, in einer fremden Küche zu stehen und sich mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu machen. Auch etwas, auf das die jungen Frauen und Männer in ihren Berufen immer wieder stoßen. Die Lehrlinge stehen zum Teil mitten in ihren Prüfungen, einige haben die schriftlichen bereits hinter sich. Hier sieht Ehrentraut Schobacher auch einen Anspruch des Wettstreits. " Der Leistungsvergleich bietet auch eine gute Möglichkeit, sich auf die praktische Prüfung vorzubereiten. "

Zwei Durchgänge liefen gestern im BBRZ, am Ende gab es einen Wanderpokal für die Sieger. Und ein köstliches Mittagessen für alle Teilnehmer – natürlich die selbstgekochte Kartoffelsuppe.

BBRZ ist

gern Gastgeber

BBRZ-Geschäftsführer Alfred Radl freut sich, die Türen seinen Hauses nicht zum ersten Mal für den Leistungsvergleich geöffnet zu haben. " Der Tag ist Ausdruck für die Verbundenheit der Einrichtungen im Landesverband und Zeichen für die ausgezeichnete Zusammenarbeit. " Dass man dabei die Möglichkeiten im Rathmannsdorfer Schloss – von der Technik bis zur freundlichen Aufnahme der Jugendlichen – genutzt habe, freue ihn deshalb umso mehr.