Der Schützenverein der Stadt Staßfurt von 1889 feiert im August seinen Schützenball. Bis dahin werden die besten Sportler in verschiedenen Wertungsschießen gesucht. Es geht um die Königswürde im Verein. Auch Staßfurter können sich beim Bürgerkönigsschießen beteiligen.

Staßfurt. Seine zehn Wertungsschüsse hat Bernd Neumann längst absolviert. Gar nicht mal so schlecht, aber Ergebnisse werden noch nicht verraten. Der amtierende Schützenkönig des Schützenvereins 1889 der Stadt Staßfurt würde seinen Titel gern verteidigen. Sein Ergebnis kennt er schon, aber ob es ausreicht für die Königswürde, weiß er nicht. Denn nur die Besten werden gewinnen. Und wer das ist, wird erst in fast zwei Monaten bekanntgegeben. Am 15. August steht der traditionelle Schützenball an. Dann werden die Könige bei den Männern, den Frauen und in der Jugend in feierlichem Rahmen proklamiert.

Das Königsschießen gibt es in der Salzstadt seit 1993. Vereinsmeierei ? Ganz und gar nicht ! Denn jeder Staßfurter hat die Chance, selbst " eine Krone " zu tragen. Der Verein bietet auch ein offenes Schießen für Bürger an. Jetzt war es wieder soweit. " Der Zuspruch war im Vergleich zu den Vorjahren ungebrochen ", berichtet Georg Busse von den Staßfurter Schützen. Eine kleine, aber interessierte Schar habe sich auf den Weg zum Schießstand am Butterwecker Weg gemacht, um die meisten Ringe mit einem Kleinkalibergewehr auf einer Distanz von 50 Metern zu schießen. Hundert Ringe sind maximal erreichbar. Selbstverständlich müssen die Teilnehmer nicht aus dem Blauen heraus auf die Scheiben zielen. Jeder hat fünf Probeschüsse.

Für die 68 Vereinsmitglieder sind die offenen Veranstaltungen wichtig. " Wir zeigen, was den Schießsport ausmacht ", sagt Georg Busse und verweist auf die ständige Suche nach neuen Mitgliedern und Nachwuchs. Der kann beim Schützenverein 1889 mit modernster Technik üben. Denn den Jugendlichen stehen ein Lasergewehr und ein computergesteuerter Stand für das Training zur Verfügung. Mit scharfer Munition wird hier nicht geschossen. " Aber die Technik und Zielgenauigkeit wie bei einer echten Waffe sind gefordert. "

Wichtig, wenn es um die sportliche Zukunft geht. Und die sieht in den Augen von Georg Busse nicht so rosig aus. Nicht nur, weil junge Menschen fehlen, sondern auch, weil die Schützen nach den Geschehnissen der vergangenen Wochen öffentlich unter genauer, wenn nicht sogar unter argwöhnischer Beobachtung stehen. " Diese Diskussionen pauschalisieren zu stark und stellen die sportliche Ausrichtung der Vereine in eine Schieflage ", so Busse. Das kann der langjährige Schütze nicht verstehen, denkt dabei auch daran, dass das Schießen zur olympischen Disziplin Biathlon gehört.

Mit veränderten Gesetzen und stärkeren – jetzt neu – unangemeldeten Kontrollen können sich die Staßfurter Schützen anfreunden, denn ein " echter " Sportschütze habe nichts zu verbergen.

Damit sich davon auch jeder Interessierte überzeugen kann, will der Schützenverein auch zukünftig immer wieder seine Türen offen und zu Wertungsschießen für Bürger einladen.