Der Umbau des Gesundheits- und Erholungsbades in Schönebeck-Bad Salzelmen ist im vollen Gang. Bei einem Besuch auf der Baustelle zeigt sich : Derzeit liegen die Arbeiten im Plan und die Gäste verfolgen neugierig jeden Fortschritt.

Schönebeck-Bad Salzelmen.

Der Boden vibriert. Es ist, als zittere das ganz Bad. Staub zieht durch die einstige Badelandschaft. Ein beißender Geruch zieht in die Nase. " Alkohol ", sagt Frank Otto. Nicht der zum Trinken, sondern die chemische Verbindung ist gemeint. Die ist entstanden aus dem Gemenge, das sich unter den Fliesen im Solequell gebildet hat. Von dem Kleber, der die Fliesen an der Wand halten sollte, ist nicht mehr viel übrig. Auch nicht von der Dichtungsmasse, die verhindern sollte, dass die Sole ins Mauerwerk gerät.

Stück für Stück entfernen die Arbeiter den Fliesenspiegel aus dem Solequell. Das Erholungsbad wird einer Erneuerungskur unterzogen. In diesem ersten Bauabschnitt wird das Badinnere komplett umgestaltet. Doch bevor an das Neue gedacht werden kann, muss das Alte raus. Der Estrich muss entfernt werden, die Anlagen bis auf den Grund entkernt sein.

Wie Frank Otto, technischer Leiter des Solequells, erklärt, ist man von den zu Tage tretenden Schäden nicht sehr überrascht. " Wir wussten ungefähr, was uns erwarten würde. " Dann zeigt er auf eine der Fliesen. " Die Klebeschicht müsste mindestens vier Millimeter dick sein. Bei manchen Fliesen ist sie komplett weg. "

Dass die Dichtungen dem Salzgehalt der Sole nicht standgehalten haben, sieht man auch an den Stellen, an denen die Strahler in den Heizbecken angebracht waren. " Rund herum ist Oberf ächenrost zu sehen ", erklärt Otto. In Zukunft werden Dichtungen, die speziell für Solewasser entwickelt wurden, verwendet. Normale Baumaterialien wie Silikon wird es im neuen Solequell nicht mehr geben.

Im Keller haben die Bauarbeiter damit begonnen, aus einem ehemaligen Lagerraum die neuen Umkleiden zu machen. Trockenmauern werden gezogen. In wenigen Wochen soll der dunkle Raum unter dem jetzigen Bad in angenehmen Farben erstrahlen und die Gäste auf den Besuch im Solequell einstimmen.

Gestern begann parallel zur Entkernung im Badinneren die Einrichtung der Baustelle für den Neubau einer zweiten Sauna.

Insgesamt sollen in die Erweiterung und Attraktivierung des Solequells mehr als sieben Millionen Euro investiert. In elf Monaten soll der Umbau über die Bühne gehen. Dabei zeigt sich bereits, dass der Bau teuerer wird als geplant. " Im ersten so genannten Los, in dem die Leistungen Abbruch und Entsorgung des Betonmülls sowie die Fliesenarbeiten und das Einsetzen der Düsen beinhaltet sind, müssen wir mit einer Kostensteigerung von 20 Prozent gegenüber der Fördermittelkalkulation rechnen ", erklärt Solepark-Chef n Ines Grimm-H übner. Damit werden diesen Arbeiten statt der geplanten 1, 28 Millionen Euro 1, 6 Millionen Euro umfassen. Ein Grund für die Kostensteigerung liegt in den steigenden Rohstoffpreisen, sagt Grimm-Hübner. " Für die anderen Arbeiten, zum Beispiel im Bereich Sauna und Wellness kündigt sich das nicht an ", so die Solepark-Leiterin.

Während im Bad die Presslufthammer den Rhythmus vorgeben, ziehen Badegäste im Außenbecken ihre Runden. Sie fühlen sich vom Geräuschpegel wenig gestört. " Hier rauscht das Wasser aus dem Strahler und im Saunabereich bekommen wir wenig vom Baukrach mit, erklärt ein Gast.

Im Schnitt kommen 130 Besucher am Tag in das Gesundheitsbad in Bad Salzelmen. " Wir könnten auch mehr Gäste begrüßen ", erklärt Pressesprecherin Katrin Schaldach. Mit 200 Besuchern wurde die Kalkulation für den Umbau bei laufendem Betrieb gemacht. Entsprechend viele Umkleidekabinen sind darum im ehemaligen Umkleidebereich aufgestellt. Für anstehende Fliesenarbeiten wurde ein Teil der Spinde abgebaut. Die Gäste gehen vorbei an Absperrbändern. Für Fragen stehen die Solequell-Mitarbeiter bereit. " Auch wenn wir im Moment etwas lauter sprechen müssen, wegen des Geräuschpegels, der aus dem Bad dringt ", erklärt Micaela Neuenfeld, Leiterin des Bades. " Doch die Kunden haben viel Verständnis. "

Und sie sind neugierig. Immer wieder bleiben sie an Glastüren stehen oder schauen vom Außenbecken aus in die Baustelle. " Das ist von uns so gewollt ", erklärt Frank Otto. Nicht zuletzt unter den Augen der Besucher soll das Bad neu entstehen. Darum sind auf der Baustelle drei Kameras installiert, die minütlich den Fortgang dokumentieren. Im Internet auf der Seite des Solequell können sich Interessierte die Bilder anschauen.