Egeln. An der Entscheidung des Landesverwaltungsamtes, für das Gymnasium Egeln die Ausnahmegenehmigung für das kommende Schuljahr zu verwehren, war das Kultusministerium beteiligt. Für jeden Schulträger-Antrag gibt es sein Votum ab. Warum das für das Egelner Gymnasium negativ ausfel, erklärt Pressesprecherin Ute Kriegel auf Volksstimme-Anfrage :

" Mit 36 Anmeldungen für die Klasse 5 und insgesamt dann 360 Schülern erfüllt das Gymnasium Egeln in zwei Punkten nicht die Vorgaben der Schuleinzugsplan-Verordnung. Diese schreibt vor, dass für einen Einzelstandort eine Ausnahme erteilt werden kann, wenn mindestens 50 Schüler für die Eingangsklasse angemeldet sind und die Gesamtschülerzahl größer als 400 ist. Bei Egeln würde es sich damit um eine Ausnahme von der Ausnahme handeln.

Die Verwaltung des Salzlandkreises versucht durch Veränderung der Einzugsbereiche zu Gunsten des Gymnasiums Egeln die Bestandssicherung zu fnden. Bereits im Vorfeld wurden dem Kreistag zwei Vorschläge unterbreitet, um die Schuleinzugsbereiche zu ändern. Ein Beschluss dazu wurde nicht gefasst. Der Antrag auf Ausnahme für die 5. Klasse des Landkreises erfolgte ohne Begründung. Landesweit gibt es zum Schuljahr 2009 / 10 kein weiteres Gymnasium, das weniger als 50 Anmeldungen für die Klasse 5 hat. "

Beim Kreistag im April hatten die Abgeordneten über die Öffnung der Schuleinzugsbereiche im Kreis diskutiert, dies aber mehrheitlich abgelehnt. Stattdessen brachte Landrat Ulrich Gerstner ( SPD ) ins Spiel, die Grundschulen Hecklingen, Welsleben und Kroppenstedt ( Landkreis Börde ) dem Gymnasium zuzuordnen. Während es für letztere bereits eine vom Kreistag getroffene Vereinbarung mit dem Nachbarlandkreis gibt, regt sich in Hecklingen unter den Eltern der Widerstand gegen den Vorschlag, ihre Kinder ins 20 Kilometer entfernte Egeln zu schicken statt in die Nachbarstadt Staßfurt. Eine weitere Idee, das Gymnasium zu sichern, ist die Gründung einer Gesamtschule. Das hatte Kreistagsmitglied Andreas Michelmann vorgeschlagen.