Den " Zauber der Manege " kann man derzeit in Schönebeck erleben. Noch bis Montag gastiert der Zikus Barlay in der Stadionstraße am Sportpark. Tiger, Pferde, Jongleure, Messerwerfer und Seiltänzer entführen in die faszinierende Welt des Zirkus.

Schönebeck. Von Hektik ist im Zirkus Barlay wenige Minuten vor Vorstellungsbeginn nichts zu spüren. Längst hatten sich alle Akteure umgezogen und auch die Tiere warten hübsch geschmückt auf ihren Auftritt. Noch schnell einen Kaffee getrunken und dann schallt es durch das blaue Zirkuszelt : " Meine sehr verehrten Damen und Herren. Das Treiben nimmt nun seinen Lauf, Manege frei und Vorhang auf !". Anschließend entführen arabische Vollblutpferde, Akrobaten und Clowns in dies faszinierende Welt des Zirkus. Die Kinder auf den Zuschauertribünen gefällt ‘ s. Die Muttis und Omis schauen lächelnd ihre Sprösslinge an und freuen sich, dass die Kleinen sich noch jenseits der elektronischen Medien beeindrucken lassen. Ein Luxus, den sich jedoch nicht jede Familie leisten kann. Bei einem Eintrittspreis von zehn Euro für Kinder und zwölf Euro für Erwachsene müssen viele dem Zirkus fern bleiben. " Die Menschen haben in Zeiten von Hartz IV kein Geld für einen Manegen-Besuch übrig ", weiß Güther Madl. Er stammt gebürtig zwar nicht aus der Barlay-Familie, weiß aber, dass sich in den vergangenen Jahren viel verändert hat. " Nur äußerst selten sind die Plätze ausverkauft ", berichtet der gelernte Matrose, der 1987 seine Ausbildung in Frohse absolvierte. Manchmal sind es nur fünf Kinder, vor denen die Artisten-Crew spielt. Doch um kein Kind zu enttäuschen, arbeiten sie bei einem Zuschauer mit genausoviel Herzblut wie bei 300. In Schönebeck ist die 30-köpf ge Zirkusmannschaft zum ersten Mal. Die Elbestadt ist die achte von insgesamt 40 Stationen. Und mit ein bisschen Glück wird die Stadt der Familie noch lange in Erinnerung bleiben. Der Grund dafür : Ein großes Ereignis steht bevor. Tiger-Dame Angali ist trächtig und alle warten gespannt auf den kleinen Tiger-Nachwuchs. " Es müsste bald soweit sein ", weiß Domteur Jonny Ortmann. Um die Tiger-Dame zu schonen, ist sie derzeit nur bei der Tierschau zu bestaunen. Dafür sind Exoten wie die Lamas im Programm, spannend wird es aber auch, wenn Güther Madl seine Messer wirft. Manchmal holt er sich sogar ein paar Leute aus dem Publikum, die ihren Mut unter Beweis stellen können. Bis Montag ist der Zirkus noch in der Elbestadt. Die nächste Vorstellung fndet heute um 17 Uhr statt. Am Sonnabend und Sonntag heißt es jeweils um 15 Uhr Manege frei. Zum Kindertag am Montag ist die Vorstellung um 15 Uhr für alle Kinder ermäßigt und kostet nur sechs Euro.